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Fremdveranstaltungen
PREIS WERTE NAHRUNG - eine Annäherung an unsere Ernährung
Mittwoch, 26. April 2017, 19:00 - 21:00 (Einlass ab 18:30)) Wohnprojekt Wien, Krakauerstraße 19, Veranstaltungsraum A
Fremdveranstaltungen
DAS WEIBLICHE GESICHT DES WIDERSTANDS
Mittwoch, 26. April 2017 19:00 Uhr Afro-Asiatisches Institut, großer Saal, Türkenstraße 3, 1090 Wien
Bäuerinnen-Block
BÄUERINNEN-BLOCK
Netzwerken für ein Gutes Leben

9. Okt 2016, Christine Pichler-Brix (Biobäuerin in Oberösterreich)

 Ich bin überzeugt, dass die politische Arbeit für ein gutes Leben Spaß u...

BÄUERINNEN-BLOCK
Die diesjährigen Preisträgerinnen für kreative Entwicklung im ländlichen Raum

15. Okt 2016, eine Zusammenfassung und Kommentar zu den Biografien

Im Zuge dieser weltweiten Aktionstage, werden jedes Jahr Preise an einige Fraue...

BÄUERINNEN-BLOCK
"Die Post bringt allen was" - Samen gegen Gewalt

12. Okt 2016, Ulrike Stadler (Bäuerin in OÖ)

Stimmt, es gibt kaum einen Tag, an dem der Briefkasten leer bleibt. Unter einem dicken Stapel von P...

Mitmachen

Regionalgruppen

Hier findest du die Adressen von regionalen Ansprechpartner_innen der ÖBV.

Wir freuen uns, wenn du mit uns Kontakt aufnimmst!

 

 Niederösterreich

Maria und Franz Vogt
Hauptstraße 36
2120 Obersdorf, Weinviertel
Tel: 02245/5153; 0664-8773921
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Monika Gruber

Röhrenbach 5
3203 Rabenstein
02723 2157

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Salzburg

Rosalie Hötzer

Sauerfeld 143
5580 Tamsweg
+43 (0) 6474 8164
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Vorarlberg

Irene Scheller
Brunnenfeld 21
6700 Bludenz
05552 32 849
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Tirol

Christoph Astner
Zillfeldweg 9
6362 Kelchsau
0664 24 60925

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Oberösterreich

Lisa Hofer-Falkinger
Eckersberg 1
4122 Arnreit
07282-7172
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Christine Pichler-Brix
Berg 1
4853 Steinbach/Attersee
Tel:   07663/660; 0664-73566685
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Judith und Hannes Moser-Hofstadler
Hammerleitenweg 2
4211 Alberndorf
0664 503 90 77 / 07235 71 277
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Josef Wakolbinger
Hundsdorf 2
4084 St.Agatha
07277/8279; 0680/4003376

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Steiermark

Florian Walter
Offenburg 20
8761 Pöls
03579-8037; 0680-2467252

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Kärnten

Michael Kerschbaumer
Laufenberg 15
9545 Radenthein
04246 31052
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Heike Schiebeck
Lobnik 16
9135 Eisenkappel
04238 8705
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Burgenland

David Jelinek
Berggasse 26
7302 Nikitsch
0699/81325868

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Irmi Salzer
Untere Bergen 2
7532 Litzelsdorf
Tel:   0699-11 82 76 34
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Arbeitsgruppen

In der ÖBV gibt es Arbeitsgruppen (AG) zu verschiedenen Themen. Wenn du mehr darüber wissen willst und/oder Lust hast mitzumachen und/oder einmal bei einem Treffen hineinzuschnuppern, dann melde dich einfach bei der jeweiligen Kontaktperson oder im ÖBV-Büro.

 

AG Saatgut und Biodiversität:

Florian Walter, Offenburg 20. 8761 Pöls; florian.walter [ät] viacampesina.at; 03579 8037

office [ät] viacampesina.at, 01 8929 400

 

 AG Direktvermarktung (mit aktuellem Schwerpunkt stressfreie Schlachtung):

office [ät] viacampesina.at, 01 8929 400

Lisa Hofer-Falkinger, Eckersberg 1, 4122 Arnreit; 07282 7172

 

AG Bäuerliche Rechte

David Jelinek, Berggasse 26, 7302 Nikitsch; david.jelinek [ät] viacampesina.at, 0699 81 325 868

 

Frauenarbeitskreis

Maria Vogt, Hauptstraße 36, 2120 Obersdorf; 02245 5153

Annemarie Pühringer-Rainer, Obernberg 2, 4133 Niederkappel; 07286 74 88

Heidi Ammerer, Salzburg; 06414-420

Heidi Rest-Hinterseer, Salzburg; bleiwang [ät] sbg.at, 0664 2155083

Roswitha Tscheliesnig, Steiermark; 03849-20830

office [ät] viacampesina.at, 01 8929 400

 

Männerarbeitskreis

office [ät] viacampesina.at, 01 8929 400

Mitarbeit

Die ÖBV-Via Campesina Austria bietet AbsolventInnen diverser Studienrichtungen die Möglichkeit, ein Arbeitstraining (früher: AkademikerInnentraining) mit bis zu dreimonatiger Dauer zu absolvieren. Dazu muss die Person ein abgeschlossenes Hochschulstudium haben und in Wien wohnhaft und arbeitslos gemeldet sein. Die/der Trainee muss beim AMS einen Antrag einreichen. Abhängig von der Entscheidung des AMS wird eine Beschäftigung im Ausmaß von 26h/ Woche in einem Zeitraum von maximal 12 Wochen finanziert. Zeitraum: September - Juni

 

Auch Studierende und MaturantInnen können bei uns mitarbeiten: Wir freuen uns über (ehrenamtliche) PraktikantInnen diverser Studienrichtungen. Die PraktikanntInnnen sollten für ca. 10 -15h/ Woche  in einem Zeitraum von mindestens einem Monat zur Verfügung stehen. Praktikas sind nur möglich von September bis Juni und sind unbezahlt.

 

Bei Interesse bitte im ÖBV Büro bewerben bzw. ein Email an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Wir stolpern immer wieder über Themen, die sich gut im Rahmen von  von Seminar- und Diplomarbeiten bearbeiten ließen. Wir können aber kein Literaturservice oder Betreuung anbieten. Bei Interesse an den Themen der ÖBV, bitte im ÖBV - Büro nachfragen.

 

Männerarbeitskreis

Seit 1998 gibt es in der ÖBV-Via Campesina Austria einen kontinuierlichen Männerarbeitskreis. Dahinter steht das Interesse von Bauern, sich gemeinsam mit anderen Bauern mit der persönlichen Situation und mit agrarpolitischen Themen auseinanderzusetzen und sich ganzheitlich weiterzuentwickeln. Die Inhalte und Themen der Treffen werden von den Teilnehmern selbst festgelegt und entweder selbst gestaltet und moderiert oder mit ReferentInnen erarbeitet. Neben den Inhalten ist den Teilnehmern der Austausch mit und die Gemeinschaft von ähnlich gesinnten Bauern wichtig.

Dazu Franz Vogt, langjähriges Mitglied des Männerarbeitskreises:

„Den ÖBV-Männerarbeitskreis gibt es schon fast 10 Jahre. Ein Entstehungsgrund war sicher die stetig wachsende Frauenemanzipation innerhalb der ÖBV. Denn: Wir Männer entwerfen unsere Rollen im Spannungsfeld von gesellschaftlichen Ansprüchen und realen Möglichkeiten unserer Lebenswelt. Tradierte oder medial vermittelte „gemachte" Männerbilder liefern dafür Bausteine und Konstruktionsmodelle. Doch was aussieht wie ein schlichter Bauplan, erweist sich oft auch für den erfahrenen Heimwerker als unsicher, widersprüchlich oder gar unvereinbar. „Gewusst wie!" ist gefragt."

Mit diesen Gedanken im Hintergrund treffen wir uns 3 - 4 mal im Jahr, um teils in intensiven 2-Tagesseminaren, mit Themen wie „Spiritualität im Alltag", „Mann in der Lebensmitte", „Von braven Söhnen und andern Männern",.. oder in Tagesseminaren mit den Themen Agrarpolitik, alternative Lebensformen, Gesundheit, usw., an der „Baustelle Mann" zu arbeiten. Als Abschluss des Arbeitsjahres gönnen wir uns eine 2 - 3-tägige Bergwanderung oder Radtour."

Es ist jeder Bauer herzlich eingeladen, am Männerarbeitskreis teilzunehmen.

 

Frauenarbeitskreis

Seit 1989 gibt es in der ÖBV einen eigenen Bäuerinnenarbeitskreis. Wir sind eine offene Arbeitsgruppe, die sich vier Mal im Jahr (zwischen September und Mai) jeweils einen Tag lang (10.00h - 16.00h) in Linz trifft, um

  • sich über die eigene Situation am Hof auszutauschen
  • Themen, die uns beschäftigen, zu bearbeiten
  • Bäuerinnenseminare vorzubereiten
  • politische Aktionen zum Wohle der Bäuerinnen auszuarbeiten und durchzuführen
  • Bildungsreisen für Bäuerinnen vorzubereiten und anzubieten
  • uvm.

Diese Bildungsarbeit wird nicht von oben herab FÜR Bäuerinnen gemacht, sondern von uns selbst erarbeitet. Wir selbst wählen die Themen und gestalten die Umsetzung. ExpertInnen werden zu Rate gezogen und für unsere Seminare eingeladen. Die Bildungsreferentin begleitet uns und hält sozusagen den roten Faden in der Hand, sie erledigt viel Organisatorisches.

Die Themen unserer jährlich stattfindenden Seminare sind vielfältig: „Macht von Frauen gemacht", „Brot und Rosen", „Die Stimme erheben"...

Um die persönlichen Kontakte und Freundschaften nicht zu kurz kommen zu lassen, veranstalten wir jedes Jahr im August eine mehrtägige Bergwanderung. Da wird gegangen, geredet und gesungen.

Eine Besonderheit unserer Arbeit sind die Bildungsreisen für Bäuerinnen. Sie führten uns in den letzten Jahren nach Nicaragua, Ecuador, Burkina Faso und Ghana. Zentraler Bestandteil unserer Bildungsreisen ist die Möglichkeit zu Gesprächen und Kontakten mit den dort lebenden Bäuerinnen. Die reisenden Frauen sind heimgekommen mit beeindruckenden Erfahrungen, die sie in einem Reisebericht zusammengefasst haben. Das Besondere an diesen Reisen ist auch, dass es immer eine Gegeneinladung an die besuchten Bäuerinnen gibt. Im Herbst 2006 reisten z.B. Bäuerinnen aus Afrika nach Österreich und wurden von den Frauen hier betreut. (Begegnungreisen.)

Ein „Kind" unseres Arbeitskreises, das den Kinderschuhen längst entwachsen ist und auf das wir besonders stolz sind, ist das Bäuerinnenkabarett „Miststücke".

Zu unserem Arbeitskreis sind alle Bäuerinnen herzlich willkommen. Wenn du an einer Mitarbeit interessiert bist, wende dich bitte an die BäuerInnenkontaktstelle der ÖBV und du erhältst eine Einladung zum nächsten Arbeitskreistreffen:

 

Monika Thuswald, Tel: 01/ 89 29 400, E: monika.thuswald [at] viacampesina.at

Die regionale, basisorientierte Bildungsarbeit mit Bäuerinnen wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Frauen.

Reise nach Nicuaragua_1991

„Frauen unterwegs zueinander - Begegnungsreise nach Nicaragua im Jänner 1991"

 

Nach sehr intensiven Vorbereitungstreffen starteten am Silvesterabend 1990 zehn Bäuerinnen aus Niederösterreich, Salzburg und Oberösterreich mit ihren drei Begleiterinnen Brigitte Ornauer, Gertrude Guggenberger und Traude Beer-Heigl eine 14-tätige Reise nach Nicaragua.

 

Im Rahmen der Reise fand eine intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte, der Kultur, der Landwirtschaft, der Politik und vor allem mit den Frauen des Landes statt. Die österreichischen Bäuerinnen erlebten viele herzliche und offene Begegnungen mit LandarbeiterInnen der Tabak-, Kaffee-, Baumwoll- und Bananenproduktion, mit Bäuerinnen und Bauern, GewerkschafterInnen, GenossenschafterInnen, Mitglieder von christlichen Basisgemeinden, politischen FunktionärInnen, Frauen und Kindern in neu entstandenen Stadtrandsiedlungen.

 

Für die Bäuerinnen aus Österreich war der Aufenthalt in, und das Kennenlernen von Nicaragua aber auch eine Auseinandersetzung mit der Situation der Landwirtschaft und der Bäuerinnen in Österreich. Sie schöpften dort Mut und Kraft, Politik nicht geschehen zu lassen, sondern mitzugestalten und sich für ihre Rechte einzusetzen.

Europäischer Bäuerinnenaustausch_1999

Europäische Bäuerinnen auf dem Weg zueinander

 

18 Bäuerinnen haben sich im Jahr 1999 auf die Reise zu Berufskolleginnen in ganz Europa gemacht.

 

Die Idee entstand während eines Gruppentreffens des Frauenarbeitskreises. Warum nicht Bäuerinnen in Europa persönlich kennen lernen und einmal eine Woche erfahren, wie sie leben, welche Arbeit sie tun und wie sie sich selbst mit ihrem Beruf als Bäuerin sehen? Und was auch wichtig ist: Unter welchen Rahmenbedingungen bewirtschaften sie ihre Höfe, wie streng werden beispielsweise Hygienevorschriften exekutiert, wie erleben Bäuerinnen anderswo den Preisdruck des Weltmarktes?

 

Kurz gesagt: die Antworten waren sehr vielfältig. 18 Bäuerinnen sind ausgeschwärmt nach Nord (Norwegen, Schottland, Shetland Inseln, Irland, Holland), Süd (Griechenland), West (Baskenland, Portugal, Frankreich, Schweiz) und Ost (Slowenien). Die Erfahrungen und Bilder, die zusammengetragen wurden, ergaben ein schillerndes Mosaik der Vielfältigkeit, aber auch ein Bild des widerständischen Lebens.

 

Landwirtschaft betrieben bedeutet etwa in Schottland, der Natur nicht nur das Lebensnotwenige abzutrotzen, sondern die gewonnen Produkte wie Schafwolle oder Lammfleisch auch zu guten Preisen verkaufen zu können. Im Winter ist in Griechenland im Winter Hochsaison für Olivenernte und damit jede Menge zu tun, in einer Periode, die viele österreichischen Bauern und Bäuerinnen ruhiger erleben.

 

Jedoch wird eines wird überall sichtbar: Der Weltmarkt dringt bis in die hintersten Winkel der Bauernhöfe hinein und die Lebensbedingungen, unter denen Landwirtschaft betrieben wird, werden härter. Aber auch immer mehr Bauern und Bäuerinnen lehnen sich gegen die Allmacht des Marktes auf, schleißen sich zusammen, versuchen sich gegenseitig zu ermutigen und neue Wege des „Durchkommens" zu finden.

 

Bäuerinnen begegnen Bäuerinnen: die österreichischen haben länger als eine Woche auf europäischen Betrieben mitgelebt und mitgearbeitet und wenig später ihre Berufskolleginnen auf ihre Höfe eingeladen. Neben den entstandenen Bekanntschaften und Freundschaften, den intensiven Gesprächen über Landwirtschaft und das Bäuerin-Sein hier und dort, war eine weitere Frucht des gegenseitigen Austausches ein Buch mit dem Titel: „Käselaibe sind kein Handgepäck". Die reisenden Bäuerinnen haben darin ihre Reise und Aufenthaltserlebnisse festgehalten und einem breiten Kreis von Interessierten ein Dokument europäischer Land- und Frauenwirtschaft hinterlassen.

 

Leserinnen und Leser erfahren darin nicht nur etwas über bäuerliches Frauenleben auf baskischen, französischen oder norwegischen Höfen, sie können darin auch entdecken, was eine Reise für eine Bäuerin bedeuten kann.

 

Dass die Kontakte, die beim Bäuerinnenaustausch entstanden sind, auch über die eigentlichen Besuche hinausgehen, zeigte das internationale Bäuerinnenseminar „eingeRAHMt" im Jahr 1999. Dort diskutierten Bäuerinnen gemeinsam mit ihren europäischen Kolleginnen ihre Erfahrungen mit der herrschenden europäischen Agrarpolitik. Zwischen den Frauen herrschte eine große Solidarität und ein gemeinsames Verständnis der Lebenssituation der jeweils anderen: die Beiträge und Erzählungen der einzelnen wurden von den anderen Frauen, trotz unterschiedlicher Muttersprachen und Lebenssituationen, ohne weitere Erklärungen oder Rechtfertigungen verstanden.

Reise nach Ecuador 2000

„Auf zu neuen Horizonten. Begegnungsreise mit Bäuerinnen"

 

Bäuerinnnen und Konsumentinnen aus allen Teilen Österreichs besuchten vom 20. Oktober bis 6. November 2000 Frauengruppen, Bäuerinnen, Landarbeiterinnen und StadtviertelbewohnerInnen in Ecuador. Die Reise fand im Rahmen des Projektes „Frauenbegegnung im ländlichen Raum" der Südwind-Agentur statt und wurde gemeinsam mit der ÖBV und der Katholischen Frauenbewegung/ Diözese St. Pölten durchgeführt.

 

Geboren wurde die Idee aufgrund der Erfahrungen ähnlicher Reisen - Frauen unterwegs zueinander, Nicaragua 1991 und Sensibilisierungsreise der Katholischen Frauenbewegung Österreich 1989. Von der Idee bis zur Projektdurchführung war es ein weiter Weg mit Pilot- und Zwischenprojekten, Verschiebungen und Änderungen. Flexibilität war gefragt bis 2000 der Hauptteil des Projekts, die Durchführung der Reise mit den beiden Vorbereitungs- und dem Nachbereitungsseminar möglich war.

 

Ziel der Reise war es, den Dialog von Frauen und Männern im Bereich Landwirtschaft zwischen Nord und Süd zu fördern, weltweite agrarpolitische und wirtschaftliche Zusammenhänge kennen zu lernen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu entdecken und Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln. Hierzu wurden beispielsweise verschiedenste Projekte der Entwicklungszusammenarbeit im Bereich nachhaltige Landwirtschaft, sanfter Tourismus, Kleinkreditprogramme, etc. oder aber auch diverse Organisationen vor Ort besucht.

 

Es entstand auch eine Dokumentation, wo die teilnehmenden Frauen ihre Eindrücke und Begegnungen schildern.

 

Gegenbesuch

 

Für 2001 wurde ein Gegenbesuch organisiert: 10 Frauen aus Ecuador besuchten in Österreich 7 Bundesländer, wobei alle österreichischen Teilnehmerinnen der Ecuadorreise besucht und eingebunden werden konnten.

 

Seminare und Veranstaltungen wurden gemeinsam mit den österreichischen Frauen und Bäuerinnen organisiert und von der ÖBV, Südwind Agentur N.Ö. und Mitarbeiterinnen der Katholische Frauenbewegung koordiniert.

 

Die Bäuerinnen, die verschiedene Funktionen innerhalb ihrer Gemeinde oder landwirtschaftlicher Organisationen innehaben, fungierten als Bindeglied zwischen den ecuadorianischen Gästen und der Landbevölkerung. Besonders die vorangegangenen Vorträge der österreichischen Bäuerinnen über ihre eigene Reise und die Situation in Ecuador erweckten das Interesse der Landbevölkerung, was beim Gegenbesuch durch die zahlreiche Teilnahme bestätigt wurde.

Vereine, Organisationen und lokale Presse schlossen sich zusammen, um den Gegenbesuch zu gestalten. Darüber hinaus konnten die ecuatorianischen Bäuerinnen jene PartnerInnenorganisationen und - gruppen besuchen, mit denen zum Teil bereits langjährige Kontakte bestehen.

 

Inhaltliche Schwerpunkte der Gegenreise:

 

Überblick über die verschiedenen landwirtschaftlichen Betriebsarten und Organisationsstrukturen in Österreich:

Besuche und Begegnungen mit den österreichischen Frauen und Bäuerinnen waren so gestaltet, dass die Ecuatorianerinnen die verschiedenen landwirtschaftlichen Betriebsarten und Organisationen kennenlernen konnten. Folgende Auswahl war dabei getroffen worden:

 

  • Wein-, Grünland-, und Ackerbaubetriebe, Betriebe mit Schaf- oder Ziegenhaltung, jeweils mit biologischer oder konventioneller Produktionsweise.
  • Betriebsbeispiele für gelungene Direktvermarktung, Abhofverkauf, und gemeinschaftliche Wirtschaftsweise, Urlaub am Bauernhof, Waldwirtschaft,
  • Treffen mit VertreterInnen von Organisationen des ökologischen Landbaus, Bäuerinnen und der Landwirtschaftskammern
  • Computergesteuerte Großbetriebe

 

Menschliche Begegnungen, das „Einander-Kennenlernen"

Durch die Mitarbeit der Gäste auf den Höfen und in der unmittelbaren Lebenswelt der Gastgeberinnen intensivierten sich die persönlichen Beziehungen, der Alltag wurde direkt miterlebt und es fand ein reger Erfahrungsaustausch statt. Menschliche Begegnungen und freundschaftliche Kontakte kamen zustande.

 

 

Die gemeinsame Problematik in der ecuadorianischen und österreichischen Landwirtschaft zeigte sich an diversen Beispielen. Die Bäuerinnen müssen sich hier wie dort mit globalen Saatgutfirmen, Umweltzerstörung, Monokulturen und der Auflösung der kleinstrukturierten Landwirtschaft auseinandersetzen. Von ecuadorianischer Seite gab es die Vorstellung von überdimensionalen österreichischen Betrieben, die keine Schwierigkeiten mit dem wirtschaftlichen Überleben haben. Der Besuch machte viele Zusammenhänge sichtbar, zum Beispiel wie sich die Überproduktion von Fleisch und Milch in Europa, hochgezüchtet mit Futtermitteln des Südens, dort wieder in der Zerstörung ländlicher Strukturen auswirkt.

 

Unterkategorien

  • Männerarbeitskreis

    maennerarbeitskreis
    Seit 1998 gibt es in der ÖBV-Via Campesina Austria einen kontinuierlichen Männerarbeitskreis. Dahinter steht das Interesse von Bauern, sich gemeinsam mit anderen Bauern mit der persönlichen Situation und mit agrarpolitischen Themen auseinanderzusetzen und sich ganzheitlich weiterzuentwickeln. Die Inhalte und Themen der Treffen werden von den Teilnehmern selbst festgelegt und entweder selbst gestaltet und moderiert oder mit ReferentInnen erarbeitet. Neben den Inhalten ist den Teilnehmern der Austausch mit und die Gemeinschaft von ähnlich gesinnten Bauern wichtig.

     

     

    Dazu Franz Vogt, langjähriges Mitglied des Männerarbeitskreises:

     

    „Den ÖBV-Männerarbeitskreis gibt es schon fast 10 Jahre. Ein Entstehungsgrund war sicher die stetig wachsende Frauenemanzipation innerhalb der ÖBV. Denn: Wir Männer entwerfen unsere Rollen im Spannungsfeld von gesellschaftlichen Ansprüchen und realen Möglichkeiten unserer Lebenswelt. Tradierte oder medial vermittelte „gemachte" Männerbilder liefern dafür Bausteine und Konstruktionsmodelle. Doch was aussieht wie ein schlichter Bauplan, erweist sich oft auch für den erfahrenen Heimwerker als unsicher, widersprüchlich oder gar unvereinbar. „Gewusst wie!" ist gefragt."

     

    Mit diesen Gedanken im Hintergrund treffen wir uns 3 - 4 mal im Jahr, um teils in intensiven 2-Tagesseminaren, mit Themen wie „Spiritualität im Alltag", „Mann in der Lebensmitte", „Von braven Söhnen und andern Männern",.. oder in Tagesseminaren mit den Themen Agrarpolitik, alternative Lebensformen, Gesundheit, usw., an der „Baustelle Mann" zu arbeiten. Als Abschluss des Arbeitsjahres gönnen wir uns eine 2 - 3-tägige Bergwanderung oder Radtour."

    Es ist jeder Bauer herzlich eingeladen, am Männerarbeitskreis teilzunehmen.

     

    Kontakte: Männerarbeitskreis

  • Frauenarbeitskreis

    frauenlogo klein

    Seit 1989 gibt es in der ÖBV einen eigenen Bäuerinnenarbeitskreis. Wir sind eine offene Arbeitsgruppe, die sich vier Mal im Jahr (zwischen September und Mai) jeweils einen Tag lang (10.00h - 16.00h) in Linz trifft, um

     

    • sich über die eigene Situation am Hof auszutauschen
    • Themen, die uns beschäftigen, zu bearbeiten
    • Bäuerinnenseminare vorzubereiten
    • politische Aktionen zum Wohle der Bäuerinnen auszuarbeiten und durchzuführen
    • Bildungsreisen für Bäuerinnen vorzubereiten und anzubieten
    • uvm.

     

    Diese Bildungsarbeit wird nicht von oben herab FÜR Bäuerinnen gemacht, sondern von uns selbst erarbeitet. Wir selbst wählen die Themen und gestalten die Umsetzung. ExpertInnen werden zu Rate gezogen und für unsere Seminare eingeladen. Die Bildungsreferentin begleitet uns und hält sozusagen den roten Faden in der Hand, sie erledigt viel Organisatorisches.

     

    Die Themen unserer jährlich stattfindenden Seminare sind vielfältig: „Macht von Frauen gemacht", „Brot und Rosen", „Die Stimme erheben"...

     

    Um die persönlichen Kontakte und Freundschaften nicht zu kurz kommen zu lassen, veranstalten wir jedes Jahr im August eine mehrtägige Bergwanderung. Da wird gegangen, geredet und gesungen.

     

    Eine Besonderheit unserer Arbeit sind die Bildungsreisen für Bäuerinnen. Sie führten uns in den letzten Jahren nach Nicaragua, Ecuador, Burkina Faso und Ghana. Zentraler Bestandteil unserer Bildungsreisen ist die Möglichkeit zu Gesprächen und Kontakten mit den dort lebenden Bäuerinnen. Die reisenden Frauen sind heimgekommen mit beeindruckenden Erfahrungen, die sie in einem Reisebericht zusammengefasst haben. Das Besondere an diesen Reisen ist auch, dass es immer eine Gegeneinladung an die besuchten Bäuerinnen gibt. Im Herbst 2006 reisten z.B. Bäuerinnen aus Afrika nach Österreich und wurden von den Frauen hier betreut. (Begegnungreisen.)

    Ein „Kind" unseres Arbeitskreises, das den Kinderschuhen längst entwachsen ist und auf das wir besonders stolz sind, ist das Bäuerinnenkabarett „Miststücke".

     

    Zu unserem Arbeitskreis sind alle Bäuerinnen herzlich willkommen. Wenn du an einer Mitarbeit interessiert bist, wende dich bitte an die BäuerInnenkontaktstelle der ÖBV und du erhältst eine Einladung zum nächsten Arbeitskreistreffen:

     

     

    Monika Thuswald, Tel: 01/ 89 29 400, E: monika.thuswald [at] viacampesina.at

  • Begegnungsreisen

    Wie ist die Entstehungsgeschichte und die Idee der Begegungsreisen?

     

    Der Bildungsauftrag der Österreichischen Bergbauern und Bergbäuerinnenvereinigung beruht auf einem basisdemokratischen Konzept. Zentral ist dabei die Zusammenarbeit mit den betroffenen Bauern und Bäuerinnen und eine Aktivierung deren Initiative für gerechtere Lebens-, Wirtschafts- und Arbeitsstrukturen in der Landwirtschaft.

     

    Die basisorientierten Bildungsaktivitäten erstrecken sich daher besonders über die Initiierung von Arbeitsgruppen und Arbeitskreisen zu bestimmten Themen, aber auch Vorträge, Seminare und Workshops, bei denen immer wieder die Bauern und Bäuerinnen selbst die Organisation, Gestaltung und inhaltlichen Schwerpunkte bestimmen.

     

    Aus dieser Bildungsstruktur heraus ist es ein Prinzip der ÖBV, auch auf internationaler Ebene Kontakt mit ähnlich wirkenden Organisationen zu suchen. Was zunächst noch auf europäischer Ebene an Austausch zustande kam, weitete bald seine Kreise nach Lateinamerika, und Afrika und mündeten in den Begegnungsreisen mit Bauern und Bäuerinnen aus aller Welt. Aus einem entwicklungspolitischen Hintergrund heraus ist es für die ÖBV auch selbstverständlich, die Gleichwertigkeit von Kontakten und Beziehungen anzustreben, ein voneinander Lernen, sich voneinander inspirieren lassen und sich solidarisieren- besonders zu unterstützen.

     

    Die spezifische Besonderheit der Reiseaktivitäten der Berufsgruppe von Bäuerinnen und Bauern besteht in eben jener, gemeinsamen Wurzel: Bäuerinnen und Bauern in Österreich und in anderen Ländern der Welt betreiben Landwirtschaft - unter verschiedensten Bedingungen. Ein wahrhaft aufrichtiges und annehmendes Interesse an dem Leben der Bereisten und ein respektvolles Verstehen-lernen und hinter die Kulissen blicken,schafft eine breite Basis für einen nachhaltigen Austausch und freundschaftliche Beziehungen, indem die Bereisten in ihrem wahren Lebenszusammenhang wahrgenommen werden.

     

    Persönliche Kontakte weltweit zu vertiefen und voneinander zu lernen, sind die zentralen Ziele der Begegnungsreisen!

     

    In den Reisen können die Bauern und Bäuerinnen ihr bäuerliches Leben miteinander in Beziehung zu bringen, weltweite Zusammenhänge in der Landwirtschaft ganz konkret nachvollziehen und entdecken, dass drängende Fragen und Probleme - angesichts der Globalisierung - ähnlich sind und nur gemeinsam gelöst werden können.

     

    Die Erfahrungen sind auf beiden Seiten von besonderer Intensität. Dies ist einerseits durch den gemeinsamen Anknüpfungspunkt Landwirtschaft und Bauer-Bäuerin Sein gegeben, andererseits gelingt es durch das persönliche Kennenlernen des Lebensumfeldes, der Familien, der alltäglichen Verrichtungen, Einblicke in das Selbstverständnis und die Identität des/der jeweils Besuchten zu gewinnen.

     

    Die dazu nötige Offenheit aufseiten der GastgeberInnen und die gleichzeitige Sensibilität auf Seiten der Gäste/BesucherInnen zeugt von einem respektvollen und achtsamen Umgang mit den unterschiedlichen Herkünften. Besuch und Gegenbesuch sind getragen von gegenseitiger Anerkennung, dem Respekt vor dem Lebenshintergrund der Bereisten und der Achtung vor deren kultureller Identität.

     

    Folgende Reisen fanden schon statt: