warum die Industrieländer nachhaltig Land bewirtschaften müssen
von Irmi Salzer, La Via Campesina Bad Boll, 1. Dezember 2009
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Vandana Shiva, indische
Ökofeministin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises, war im Oktober in
Wien. Hier lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Interview, das Karin
Okonkwo-Klampfer mit ihr führte.
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Eine Reihe von österreichischen Organisationen aus den verschiedenesten Bereichen wie Entwicklungszusammenarbeit, Vertretungen für ArbeitnehmerInnen und BäuerInnen sowie Gewerkschaften haben ein gemeinsames Positionspapier zum bevorstehenden Health Check der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU erarbeitet. Die ÖBV ist an der Erarbeitung des Positionspapiers beteiligt.
Download:
health check position
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Österreich wird ein Großteil der Fläche des Staatsgebietes land- und forstwirtschaftlich genutzt. Land- und forstwirtschaftliche Bewirtschaftungsweisen wirken sich dementsprechend deutlich auf die Qualität der Lebensräume, auf Flora, Fauna, Klima und Wasser, sprich: auf die Qualität unserer Umwelt aus.
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53 % der Familienarbeitskräfte auf österreichischen Bauernhöfen sind Frauen. 30 % der Betriebe - hauptsächlich Klein- und Nebenerwerbsbetriebe - werden von Frauen geleitet. Österreich ist hier innerhalb der EU Spitzenreiter.
Laut der Bäuerinnenbefragung 2006 sind 41,8% der Bäuerinnen in Österreich alleine Betriebsinhaberinnen. 41% teilen sich die BetriebsinhaberInnenschaft mit ihrem (Ehe-)Partner. Die Im Vergleich zu den Bäuerinnenbefragungen 1986 und 1996 markieren diese Zahlen eine Fortsetzung des Trends der zunehmenden alleinigen weiblichen Betriebsverantwortung, und zwar von 12% auf 17% auf 42&. Frauen sind allerdings vor allem Inhaberinnen von Nebenerwerbsbetrieben. Außerdem lässt sich feststellen, dass Frauen desto häufiger alleinige Betriebsinhaberin sind, je kleiner die Bewirtschaftsungsfläche des Hofes ist. Große Höfe ( über 51ha) liegen zu 30% in weiblicher Hand (20% in männlicher) und unter den kleinsten Höfen (2-5ha) ist mehr als jeder zweite auf die Bäuerin angeschrieben (55%), auf den partner allein sind nur 17% angeschrieben.
Daten aus "Situation der Bäuerinnen in Österreich 2006", herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen 2006.
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Die ÖBV - Via Campesina Austria setzt sich schon seit Jahren für die GVO-Freiheit in der Landwirtschaft ein - so waren wir Mitinitiatoren des Gentechnik-Volksbegehrens (1,2 Mio. Unterschriften 1997) und auch des „Marsches für ein gentechnikfreies Europa" (April 2006 in Wien, ca. 3000 Menschen). Anlässlich dieses Marsches wurde die „Wiener Erklärung für ein gentechnikfreies Europa" verabschiedet und an den Minister Pröll sowie die zuständige EU-Kommissarin Fischer-Boel überreicht.
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Die bäuerliche Landwirtschaft ist das Gegenstück zur produktivistischen Landwirtschaft,
welche Teil des agroindustriellen Wirtschaftssektors ist. Agroindustrielle Massenproduktion,
die auf immer weniger Landwirte und auf immer mehr Subventionen angewiesen ist,
gelangt zunehmend an ihre Grenzen. Landwirtschaftliche Produktionsformen, die
sich nur am Gewinn orientieren, bergen schwerwiegende Konsequenzen für die
Zukunft unseres Planeten (Wasserverknappung, Verödung, Umweltzerstörung).
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Das EU-Programm zur ländlichen Entwicklung für die Programmperiode 2007-2013 basiert auf der EU- Verordnung zur Entwicklung des Ländlichen Raums und wird seitens der EU aus dem ELER, dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raums" kofinanziert.
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Im Laufe der letzten Jahre wurde die europäische Landwirtschaft von zahlreichen Krisen und Skandalen erschüttert. Der rasche Strukturwandel, die sich wiederholenden Gesundheitsskandale in der Massentierhaltung, die zunehmende Verschmutzung von Wasser durch Pestizide etc. machen deutlich, wie sehr die derzeitige GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) den Bäuerinnen und Bauern, den VerbraucherInnen, den SteuerzahlerInnen, der Gesundheit, der Umwelt, dem ländlichen Raum und dem Süden schadet.
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Obwohl die WTO unser
Leben tief greifend bestimmt, ist sie nur wenig bekannt. Sie regelt den Import und
Export von Gütern, aber auch Investitionen, Patente und die Liberalisierung öffentlicher
Dienste, wie Bildung und Gesundheit. Die WTO ist 1995 aus dem allgemeinen Zoll-
und Handelsabkommen GATT (General Agreement on Tariffs and Trade), das seit
1947 besteht, hervorgegangen. Sie setzt sich die weltweite Liberalisierung des
Handels und den Abbau von Zollschranken zum Ziel. Oberstes Entscheidungsgremium
ist die alle zwei Jahre tagende Ministerkonferenz. Darüber hinaus spricht ein
Schiedsgericht zwischen den Mitgliedsstaaten Recht. Dieses Recht hat Vorrang
vor internationaler und nationaler Rechtssprechung. Behindert ein
Mitgliedsstaat den Freihandel, etwa durch ein Importverbot, muss er die
entsprechende Verordnung zurücknehmen oder hohe Strafen zahlen. So wurde die EU
verurteilt, weil sie ein Importverbot über Hormon-Rindfleisch aus den USA
verhängte.
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