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Blauzungenkrankheit: Zwangsimpfung ist keine Lösung! PDF Drucken E-Mail

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Die Blauzungenkrankheit, auch Bluetoungevirus genannt, sorgt derzeit für Verunsicherung bei Österreichs Bauern und Bäuerinnen. Nachdem bei einem Rind im Bezirk Schärding Anfang November Antikörper gegen das Virus festgestellt wurden, hat das Gesundheitsministerium per Verordnung Nr. 396 vom 18. November 2008 die flächendeckende obligatorische Impfung bei Schafen, Ziegen und Rindern angeordnet. Seit dem 15. Dezember gilt ganz Österreich als Impfzone.

Zahlreiche Bauern und Bäuerinnen zweifeln jedoch an Sinn und Verhältnismäßigkeit der angeordneten Zwangsimpfung. Meldungen über schwerwiegende Nebenwirkungen der Impfung häufen sich, es kommt zu Fehlgeburten, Euterentzündungen und Milchrückgang. Im Beipacktext des in Österreich verwendeten Impfstoffs wird konstatiert, dass „die Unbedenklichkeit des Tierarzneimittels während der Trächtigkeit und Laktation ...nicht belegt" ist. Besonders die BiobäuerInnen, die normalerweise bei jedem Einsatz von Medikamenten lange Wartefristen einhalten müssen, sind über die Anordnung der obligatorischen Impfung bestürzt. Wer jedoch aus Sorge um seine Tiere nicht impfen lassen will, wird mit Strafen bis zu 4360 € bedroht. Bis vor kurzem lehnte das Gesundheitsministerium sogar die Erhebung von Impfschäden ab. „Wir wollen selbst die Verantwortung über unsere Tiere übernehmen!" sagt Christine Pichler-Brix, Vorstandsmitglied der ÖBV Via Campesina Austria und Rinderhalterin. „ Bauern und Bäuerinnen, die nicht impfen lassen wollen, dürfen nicht bestraft werden."

Die Bauern und Bäuerinnen beklagen, dass sie schlecht, spät und einseitig informiert wurden. Als die IG Fleisch im Frühjahr dieses Jahres das Verbot von Lebendtiertransporten aus Blauzungengebieten Tschechiens forderte, reagierten die Behörden mit Unverständnis.  

Noch im März erklärte Ulrich Herzog vom Gesundheitsministerium, dass es keinen zugelassenen Impfstoff gegen die Blauzungenkrankheit gäbe, teilweise seien die Pharmafirmen noch in der Entwicklungsphase. Dennoch bestellte das Gesundheitsministerium 5 Millionen Dosen des Impfstoffs, der danach in einem Eilverfahren zugelassen wurde.  Nun sollen diese kaum erforschten Impfstoffe an bis zu 2 Millionen Rindern, 350 000 Schafen und 60 000 Ziegen angewendet werden.

Zudem bestehen berechtigte Zweifel, dass die Impfung eine etwaige Ausbreitung der Krankheit verhindern kann. Die Blauzungenkrankheit, die im eigentlichen Sinn des Wortes gar keine Seuche ist (da sie nicht von Säugetier zu Säugetier übertragen wird sondern über Mücken) gibt es in mindestens 24 verschiedenen Serotypen, in Europa brachen in den vergangenen 20 Jahren mindestens sieben davon aus. Die zurzeit verwendeten Impfstoffe sind aber nur gegen den Serotyp 8 zugelassen. Die betroffenen BäuerInnen befürchten daher, dass die derzeit verordnete Zwangsimpfung nur den Auftakt für eine Welle weiterer Impfaktionen darstellt. Zudem sind bestimmte Tierkategorien sowieso von der Impfpflicht ausgenommen, nämlich Maststiere und -ochsen in Boxen, Test- und Besamungsstiere. Auch wildlebende Wiederkäuer werden aus verständlichen Gründen nicht geimpft.

„Eine Impfung, deren Beitrag zur Bekämpfung der Krankheit derart unsicher ist, wird als verpflichtende Maßnahme für ca. 80 000 Betriebe angeordnet. Die bisher in Österreich aufgetretenen Fälle zeigten alle keine Krankheitssymptome. Das ist wie mit Kanonen auf Spatzen zu schießen", zeigt sich Irmi Salzer von der ÖBV-Via Campesina entsetzt. „Wir fordern eine freiwillige Impfung wie in Holland sowie eine umfassende Aufklärungs- und Informationskampagne. Impfschäden müssen anerkannt und voll entschädigt werden!"

Rückfragehinweis und nähere Infos: DI Irmi Salzer,  0699/11827634 oder Christine Pichler-Brix Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst

 

 

Hier können Sie eine Unterschriftenliste für KonsumentInnen ausdrucken: Unterschriftenliste_fr_KonsumentInnen
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 18. März 2010 )
 
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