Home
Aktuelles
Über uns
Bildungsangebot
Agrarpolitik
Zeitung: Wege für eine BÄUERLICHE ZUKUNFT
Mitarbeit
Veranstaltungen
Empfohlene Literatur
Kontakt
Forschungsprojekte
Hofbörse

Latest News


Tirol
GAP’s uns ned …
Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU und die Auswirkungen auf die klein- und bergbäuerliche Landwirtschaft Podiumsdiskussio...

Oberösterreich
Wenn Weiberleut die Hosn anhabn!
Film, Buch und Gespräch über Frauen in Männerdomänen am Montag, 13. Februar 2012, 10:00 – 15:00 Uhr im Haus der...

Wien
BOKU-Bäuerinnentag 2012
7. März 2012 17 Uhr Festsaal der Universität für Bodenkultur Wien, Gregor-Mende- Straße 33, 1180 Wien Der Bä...

Wien
„Ich habe mir meine Erben selber ge...
Präsentation der Studie „Ich habe mir meine Erben selber gesucht“ zu Hofübergabe außerhalb der Familie durch die Ve...

Oberösterreich
Ethik in der Nutztierhaltung
14. März 2012 Pfarrheim Altenfelden Vortrag und Diskussion mit Univ. Prof. Dr. Michael Rosenberger, Moraltheologe Nähe...

European Food Declaration unterschreiben! PDF Drucken E-Mail

Image

Es besteht die Möglichkeit, die European Food Declaration auch als Privatperson zu unterzeichnen: www.europeanfooddeclaration.org

 

 

European Food Declaration

Für eine gesunde, nachhaltige, gerechte und gegenseitig unterstützende Gemeinsame Agrarpolitik

Wir, die Unterzeichnenden, sind der Meinung, dass die Europäische Union eine Antwort auf die dringenden Herausforderungen in Bezug auf Lebensmittel und Landwirtschaft finden muss.  

Die Industrialisierung der Landwirtschaft und der Lebensmittelproduktion hat in mehr als einem halben Jahrhundert  die Anzahl bäuerlicher Betriebe in Europa erheblich reduziert. Auch die Vielfalt lokaler Esskulturen wurde weniger. Unser Nahrungsmittelsystem ist heute abhängig von billigem Erdöl, respektiert die natürlichen Grenzen der Verfügbarkeit von Land und Wasser nicht und fördert eine ungesunde Ernährungsweise, die reich an Kalorien, Fett und Salz, jedoch arm an Obst, Gemüse und Getreide ist. Steigende Energiekosten, drastische Verluste an Biodiversität, ein sich veränderndes Klima und  rückläufige Wasser- und Landressourcen bedrohen die zukünftige Nahrungsmittelproduktion. Während auf der einen Seite eine wachsende Weltbevölkerung zunehmend mit weit verbreitetem Hunger konfrontiert ist, gibt es immer mehr Menschen mit chronischen Erkrankungen infolge des Überkonsums von Lebensmitteln.

Diese Herausforderungen werden wir nur dann erfolgreich bewältigen, wenn wir  gänzlich andere Lebensmittel- und Agrarpolitiken und -praxen entwickeln und umsetzen. Die Europäische Union muss die zentrale Rolle nachhaltiger, bäuerlicher Landwirtschaft für die Versorgung der Menschen in Europa mit gesunden und verschiedenen Lebensmitteln anerkennen und unterstützen. Alle Menschen müssen Zugang zu gesunden, sicheren und nahrhaften Lebensmitteln haben. Die Art und Weise, wie wir Nahrungsmittel anbauen, verteilen, zubereiten und essen, muss Europas kulturelle Vielfalt würdigen, und zugleich sicherstellen, dass wir unser Überleben in einer gerechten und nachhaltigen Weise sicherstellen.

Bereits jetzt werden Vorschläge für die Reform der Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP), die mit 2013 verändert werden sollen, diskutiert. Nachdem in den letzten Jahrzehnten transnationale Konzerne und die Welthandelsorganisation (WTO) die Lebensmittel- und Landwirtschaftspolitik dominiert haben, ist es jetzt an der Zeit, dass die Menschen in Europa wieder selbst über die Landwirtschafts- und Nahrungsmittelpolitik bestimmen: es ist Zeit für Ernährungsouveräntität. Wir sind der Meinung, dass eine neue Gemeinsame Lebensmittel- und Agrarpolitik den Menschen der Mitgliedsländer der EU ebenso wie jenen der Beitrittskandidaten die Möglichkeit und das Recht garantieren muss, über die Art und Weise, wie sie Nahrungsmittel anbauen, verteilen und konsumieren wollen - entlang der nachstehenden Prinizpien - selbst zu bestimmen.

Die neue Gemeinsame Lebensmittel- und Agrarpolitik:

1.    Versteht Nahrung als ein universales Menschenrecht und Lebensmittel nicht lediglich als eine Ware.

2.    Gibt dem Anbau von Lebens- und Futtermitteln für Europa den Vorzug und verändert internationalen Agrarhandel auf der Basis der Prinzipien von Gleichheit, sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Nachhaltigkeit. Die GAP darf dabei die Lebensmittel- und Agrarsysteme anderer Länder nicht schädigen oder zerstören.                                                                             

3.    Fördert gesunde Essgewohnheiten sowie Ernährungsformen, die vor allem auf pflanzlicher Basis beruhen und die den Konsum von Fleisch, von energie-intensiven, hochverarbeiteten Nahrungsmitteln sowie von gesättigten Fetten reduzieren. Dabei werden weiterhin kulturell verschiedenen Essgewohnheiten und regionale Traditionen respektiert.

4.    Priorisiert die Erhaltung von landwirtschaftlicher Produktion durch eine Vielzahl von Bauern und Bäuerinnen in ganz Europa, die Lebensmittel erzeugen und Kulturlandschaften erhalten. Dieses Ziel ist ohne gerechte und sichere Preise für landwirtschaftliche Produkte, die Bauern und Bäuerinnen und LandarbeiterInnen ein gerechtes Einkommen bzw. einen gerechten Lohn ermöglichen, bei gleichzeitig leistbaren Preisen für KonsumentInnen, nicht machbar.

5.    Stellt faire, nicht diskriminierende Rahmenbedingungen für landwirtschaftliche ProduzentInnen und LandarbeiterInnen in  Zentral- und Osteuropa sicher und fördert den fairen und gleichen Zugang zu Land.

6.    Respektiert die lokale und globale Umwelt, schützt die endlichen Boden- und Wasserresourcen, erweitert die Biodiversität und respektiert Tierwohlfahrt.

7.    Garantiert, dass Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion frei von Gentechnik bleibt und stärkt die Kontrolle von Bauern und Bäuerinnen über Saatgut und die Diversität lokaler Vielfalt.

8.    Stoppt die Förderung des Anbaus und der Verwendung von industriell produzierten Agrotreibstoffen und priorisiert die Reduktion von Transporten.

9.    Stellt Transparenz entlang der gesamten Nahrungsmittelkette sicher, sodass BürgerInnen darüber Bescheid wissen, wie ihre Nahrungsmittel produziert wurden, woher sie kommen, woraus sie bestehen und was im Endverbraucherpreis enthalten ist.

10.  Reduziert die Machtkonzentration und den Einfluss der lebensmittelverarbeitenden Industrie sowie des Einzelhandels im Hinblick auf das, was produziert und konsumiert wird und fördert ein Lebensmittelsystem, in dem die Distanzen zwischen den ProduzentInnen und KonsumentInnen verringert werden.

11.  Fördert den Anbau und Konsum von hoch qualitativen lokalen und saisonalen Lebensmitteln und unterstützt damit eine engere Verbindung zwischen Bauern/Bäuerinnen und KonsumentInnen.

12.  Stellt Ressourcen für die Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten über die Lebensmittelproduktion, die Verarbeitung und den Genuss von gesunden und nahrhaften Lebensmitteln an Kinder bereit.

 

 

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 17. September 2010 )
 
< zurück   weiter >