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Halbinseln gegen den Strom PDF Drucken E-Mail

Anders leben und wirtschaften im Alltag

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Friederike Habermann, 2009

Ulrike Helmer Verlag,  Königstein/Taunus

228 Seiten

19,90 Euro

Wie kann ein anderes, über den Kapitalismus hinausweisendes Leben und Wirtschaften hier, heute und jetzt aussehen? In ihrem Buch „Halbinseln gegen den Strom" gibt Friederike Habermann Antworten auf diese Frage und stellt dazu unterschiedlichste Projekte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor. Alle vereint die Kritik an kapitalistischem Wachstumszwang, sowie Tausch- und Konkurrenzlogik - und alle versuchen, Visionen von einem anderen Leben und Wirtschaften praktisch umzusetzen. Besonders schön ist, dass in den Projektbeschreibungen die dort tätigen Menschen mit allen Ambivalenzen, allem was gut und allem was weniger gut funktioniert zu Wort kommen. Der Begriff der „Halbinseln" wird im sehr aufschlussreichen Vorwort dahingehend erklärt, dass diese Perspektive in diesen Verhältnissen aufgrund vielfacher Zwänge nie voll einlösbar ist: es gibt keine „Inseln im Falschen". Doch gerade deshalb ist es so wichtig, an den Halbinseln zu bauen und an der Ausweitung von autonomen Räumen zu arbeiten, in denen Menschen miteinander versuchen, das gute Leben in solidarischer Weise zu realisieren. Halbinseln bedeuten gleichzeitig auch, sich nicht einfach auf eine Insel zurückzuziehen, sondern von der Halbinsel aus die autonomen Spielräume zu nutzen, um das „kapitalistisch Festland" zu kritisieren und in dessen Veränderung aktiv einzugreifen. Die vorgestellten Projektbeispiele sind in neun Kategorien unterteilt (Nahrungsmittel, Kleidung/Gebrausgegenstände, Dienstleistungen, Wohnen und Leben, Finanzen, Bildung, Gesundheit, Mobilität, Fun), für fast jedes Projekt wird eine Internetadressen genannt. Denn statt einer Anleitung zum ethisch richtigen Konsum geht es hier um die Gestaltung von und Veränderung hin zu einer Welt, in der alle gut leben können. Und darauf macht dieses Buch richtig Lust.

Franziskus Forster, Sonja Petrovics

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 17. September 2010 )
 
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