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| Bäuerliche Landwirtschaft |
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Die bäuerliche Landwirtschaft ist das Gegenstück zur produktivistischen Landwirtschaft, welche Teil des agroindustriellen Wirtschaftssektors ist. Agroindustrielle Massenproduktion, die auf immer weniger Landwirte und auf immer mehr Subventionen angewiesen ist, gelangt zunehmend an ihre Grenzen. Landwirtschaftliche Produktionsformen, die sich nur am Gewinn orientieren, bergen schwerwiegende Konsequenzen für die Zukunft unseres Planeten (Wasserverknappung, Verödung, Umweltzerstörung). Die bäuerliche Landwirtschaft ist heute in ganz Europa durch den Verdrängungswettbewerb bedroht. Unangemessene Hygienevorschriften, die EU-Forderung nach Standardprodukten, eine Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), die nach wie vor die Großbetriebe begünstigt, sinkende Erzeugerpreise und das ungehinderte Wachsen der Höfe sind die größten Gefahren für unsere Produktionsweise. Kleine und mittelgroße Bauernhöfe machen jedoch weltweit die Mehrzahl der Betriebe aus. Sie schaffen Arbeitsplätze im ländlichen Raum und wirtschaften erwiesenermaßen effektiver und umweltfreundlicher als die industrielle Landwirtschaft. Auch in geographisch und klimatisch schwierigen Gebieten spielt die bäuerliche Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Sie ermöglicht einer großen Zahl von Kleinbauern und -bäuerinnen zu überleben, erhält so soziale Netze auf dem Land und sichert eine kultivierte Landschaft. Was zeichnet die bäuerliche Landwirtschaft aus? Die VerbraucherInnen sind zunehmend verunsichert und wollen wissen, was sie essen. Sie wollen die Herkunft, die Qualität und Herstellungsweise ihrer Lebensmittel kennen. Die europäischen Bürger und Bürgerinnen wünschen sich mehr denn je gesunde Lebensmittel aus regionaler Erzeugung. In bäuerlicher Landwirtschaft produzieren wir Qualitätsprodukte für den lokalen Markt, nicht Massenware für den Weltmarkt. Wir verwenden Produktionsmethoden, die den natürlichen Jahresrhythmus der Tiere und Pflanzen respektieren und die Bodenfruchtbarkeit erhalten. Bäuerliche Landwirtschaft erzeugt das Futter für die Tiere zum großen Teil am eigenen Hof und verzichtet auf Importfuttermittel, die lange Transportwege hinter sich haben. Unsere landwirtschaftlichen Produkte verarbeiten wir häufig auch auf unseren Höfen und stehen über die Direktvermarktung in Verbindung zu unseren Kunden. Mit unserer Art zu wirtschaften leisten wir einen Beitrag, um das Überleben auf der Erde langfristig zu sichern. Bäuerliche Landwirtschaft ist nicht auf der Jagd nach schnellen Profiten.
Was wir fordern: Wir fordern die Anerkennung der bäuerlichen Landwirtschaft als eigene Wirtschaftsform. Dies ist eine Vorraussetzung für das Überleben der kleinen und mittleren Bauernhöfe und somit des Lebens in unseren Dörfern. Wir fordern eine Agrarpolitik, die einer möglichst großen Zahl von Bäuerinnen und Bauern ein angemessenes Einkommen aus dem Verkauf ihrer Produkte ermöglicht und die Niederlassung von neuen LandwirtInnen begünstigt. Wir fordern eine GAP, die sich zum Ziel macht, in ganz Europa möglichst viele Höfe zu erhalten - vor allem auch in den Ländern, die im Jahr 2004 der EU beigetreten sind oder demnächst beitreten werden.
Autorin: Heike Schiebeck |
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| Letzte Aktualisierung ( Freitag, 17. September 2010 ) |
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