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Begegnungsreisen PDF Drucken E-Mail

Wie ist die Entstehungsgeschichte und die Idee der Begegungsreisen?

Der Bildungsauftrag der Österreichischen Bergbauern und Bergbäuerinnenvereinigung beruht auf einem basisdemokratischen Konzept. Zentral ist dabei die Zusammenarbeit mit den betroffenen Bauern und Bäuerinnen und eine Aktivierung deren Initiative für gerechtere Lebens-, Wirtschafts- und Arbeitsstrukturen in der Landwirtschaft.

Die basisorientierten Bildungsaktivitäten erstrecken sich daher besonders über die Initiierung von Arbeitsgruppen und Arbeitskreisen zu bestimmten Themen, aber auch Vorträge, Seminare und Workshops, bei denen immer wieder die Bauern und Bäuerinnen selbst die Organisation, Gestaltung und inhaltlichen Schwerpunkte bestimmen.

Aus dieser Bildungsstruktur heraus ist es ein Prinzip der ÖBV, auch auf internationaler Ebene Kontakt mit ähnlich wirkenden Organisationen zu suchen. Was zunächst noch auf europäischer Ebene an Austausch zustande kam, weitete bald seine Kreise nach Lateinamerika, und Afrika und mündeten in den Begegnungsreisen mit Bauern und Bäuerinnen aus aller Welt. Aus einem entwicklungspolitischen Hintergrund heraus ist es für die ÖBV auch selbstverständlich, die Gleichwertigkeit von Kontakten und Beziehungen anzustreben, ein voneinander Lernen, sich voneinander inspirieren lassen und sich solidarisieren- besonders zu unterstützen.

Die spezifische Besonderheit der Reiseaktivitäten der Berufsgruppe von Bäuerinnen und Bauern besteht in eben jener, gemeinsamen Wurzel: Bäuerinnen und Bauern in Österreich und in anderen Ländern der Welt betreiben Landwirtschaft - unter verschiedensten Bedingungen. Ein wahrhaft aufrichtiges und annehmendes Interesse an dem Leben der Bereisten und ein respektvolles Verstehen-lernen und hinter die Kulissen blicken, schafft eine breite Basis für einen nachhaltigen Austausch und freundschaftliche Beziehungen, indem die Bereisten in ihrem wahren Lebenszusammenhang wahrgenommen werden.

Persönliche Kontakte weltweit zu vertiefen und voneinander zu lernen, sind die zentralen Ziele der Begegnungsreisen!

In den Reisen können die Bauern und Bäuerinnen ihr bäuerliches Leben miteinander in Beziehung zu bringen, weltweite Zusammenhänge in der Landwirtschaft ganz konkret nachvollziehen und entdecken, dass drängende Fragen und Probleme - angesichts der Globalisierung - ähnlich sind und nur gemeinsam gelöst werden können.

Die Erfahrungen sind auf beiden Seiten von besonderer Intensität. Dies ist einerseits durch den gemeinsamen Anknüpfungspunkt Landwirtschaft und Bauer-Bäuerin Sein gegeben, andererseits gelingt es durch das persönliche Kennenlernen des Lebensumfeldes, der Familien, der alltäglichen Verrichtungen, Einblicke in das Selbstverständnis und die Identität des/der jeweils Besuchten zu gewinnen.

Die dazu nötige Offenheit aufseiten der GastgeberInnen und die gleichzeitige Sensibilität auf Seiten der Gäste/BesucherInnen zeugt von einem respektvollen und achtsamen Umgang mit den unterschiedlichen Herkünften. Besuch und Gegenbesuch sind getragen von gegenseitiger Anerkennung, dem Respekt vor dem Lebenshintergrund der Bereisten und der Achtung vor deren kultureller Identität.

Folgende Reisen fanden schon statt:

  • Europäischer Bäuerinnenaustausch 1998
  • Begegnungsreisen nach Nicaragua 1992, nach Burkina Faso 2002
  • Frauenbegegnungsreisen ins Baskenland 1995/96, nach Ecuador 2000, nach Burkina Faso und Ghana 2006

 

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 7. Februar 2007 )