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EU-Agrarpolitik PDF Drucken E-Mail

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Im Laufe der letzten Jahre wurde die europäische Landwirtschaft von zahlreichen Krisen und Skandalen erschüttert. Der rasche Strukturwandel, die sich wiederholenden Gesundheitsskandale in der Massentierhaltung, die zunehmende Verschmutzung von Wasser durch Pestizide etc. machen deutlich, wie sehr die derzeitige GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) den Bäuerinnen und Bauern, den VerbraucherInnen, den SteuerzahlerInnen, der Gesundheit, der Umwelt, dem ländlichen Raum und dem Süden schadet.

 

Die European Coordination Via Campesina schlägt eine grundlegende Richtungsänderung der GAP vor.

Die ECVC vertritt bäuerliche und ländliche Mitgliedsorganisationaus 15 europäischen Ländern. Sie setzt sich für bäuerliche Landwirtschaft und Ernährungssouveränität ein. Ernährungssouveränität ist das Recht der Bevölkerung eines Landes oder einer Union, die Landwirtschafts- und Ernährungspolitik selbst zu bestimmen. Dieses Recht steht allen Völkern im Norden wie im Süden zu. Die CPE ist Gründungsmitglied der weltweiten Kleinbauern- und Landlosenbewegung La Via Campesina .

Die European Coordination Via Campesina enstand durch eine Erweiterung und Umbennung der Coordination Paysanne Europeene im Jahr 2009. In unserem Koordinationsbüro in Brüssel arbeiten Gérard Choplin, Fergal Anderson Marzia Rezzin, Annelies Schorpion und Anne-Marie Notariani. Der Vorstand wird alle zwei Jahre von der Vollversammlung gewählt.

 

 

Die ECVC, eine Ansprechpartnerin für die europäischen Institutionen.

Seit ihrer Gründung ECVC für Landwirtschaftsfragen in Europa und auf internationaler Ebene nicht zu umgehen. Vor der Europäischen Kommission, dem Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat verschafft sich die ECVC regelmäßig eine Stimme. Sie hat zahlreiche Sitze in den beratenden Ausschüssen der EU-Kommission.

Die ECVC setzt sich mit ihren Forderungen für einen lebendigen ländlichen Raum und für nachhaltige, solidarische Landwirtschaft ein. Im Jahr 

Europa braucht viele Bäuerinnen und Bauern.

Nur zahlreiche, kleine und mittlere Höfe in allen ländlichen Gebieten Europas können die Erzeugung von genügend gesunden Lebensmitteln für die europäische Bevölkerung garantieren. Doch unsere Lebensmittel werden zunehmend in immer weniger Großbetrieben in den Gunstlagen produziert. Die Verlagerung der intensiven Agrarproduktion auf andere Kontinente hat schon begonnen.

 

Nachhaltige Produktionsmethoden.

Wir lehnen Konzentrationsprozesse, Industrialisierung und Gentechnik in der Landwirtschaft sowie die Patentierung von Saatgut ab. Wir wollen Lebensmittel von nachhaltig bewirtschafteten Höfen. Für unsere Ernährung wollen wir nicht von der Agroindustrie und wenigen Lebensmittelkonzernen abhängig sein.

Ein lebendiger ländlicher Raum.

Der ländliche Raum bietet vielen Menschen einen Lebens- und Arbeitsort. Wir erwarten von einer Politik der ländlichen Entwicklung, dass sie Landflucht verhindert, die Arbeitsplätze in der Landwirtschaft bewahrt, die öffentlichen Einrichtungen am Land erhält und ein soziales Gleichgewicht anstrebt.

Gleichbehandlung der Landwirtschaftsbetriebe.

Die derzeitige Verteilung der öffentlichen Gelder verschärft die Einkommensunterschiede zwischen den landwirtschaftlichen Betrieben in Europa. Dieses System müsste im Gegenteil eine egalitäre Verteilung der Produktionsrechte und der Subventionen gewährleisten.

Weltweit solidarisch handeln.

Wenn Organisationen irgendwo auf der Welt die Unterdrückung von Bäuerinnen und Bauern denunzieren, den Zugang zu Land und Wasser fordern oder gegen das Sinken der Erzeugerpreise protestieren, steht die CPE auf ihrer Seite. Weil Bauern und Bäuerinnen im Norden wie im Süden dieselben Interessen haben, handeln wir gemeinsam in unserer Bewegung La Via Campesina.

Für eine andere europäische Agrarpolitik!

Die derzeitige Landwirtschafts- und Ernährungspolitik unterwirft sich den Regeln des Welthandels und treibt damit weltweit die bäuerliche Landwirtschaft in den Ruin. Sie kann keine sichere, krisenfreie Versorgung der europäischen Bevölkerung mit gesunden Lebensmitteln gewährleisten. Wir in der CPE finden uns nicht damit ab, dass die gewachsenen Strukturen am Land zugrunde gehen. Wir haben alternative Vorschläge erarbeitet:

  1. Bäuerinnen und Bauern sollen in erster Linie vom Verkauf ihrer Produkte leben können. Deshalb müssen die Erzeugerpreise die Produktions- und Arbeitskosten decken. Der Fortbestand der bäuerlichen Landwirtschaft erfordert ausreichende Zollschranken gegenüber Billigimporten. Zusätzlich sind Ausgleichszahlungen für kleine Höfe und Höfe in benachteiligten Gebieten notwendig.
  2. Zur Vermeidung von strukturellen Überschüssen muss die landwirtschaftliche Produktion beschränkt und die intensive Produktion durch umwelt- und sozialverträgliche Landwirtschaft ersetzt werden. Mit Rücksicht auf die Umwelt, die Vielfalt und unsere Gesundheit schlagen wir vor, weniger zu produzieren, dafür aber Lebensmittel mit mehr Geschmack und Qualität.
  3. Die lokalen und regionalen Märkte sind gegenüber dem Welthandel zu bevorzugen. Die europäischen Fonds sollen kleine Verarbeitungs- und Vermarktungseinheiten fördern.
  4. Alle Formen von Preisdumping im Welthandel, das sind Exporte unter den Produktionskosten, sind zu verbieten. Internationale Beziehungen sollen auf Kooperation und nicht nur auf Konkurrenz beruhen.

La Via Campesina: Bündnisse schließen, die Karten neu verteilen!

Die CPE hat 1993 die weltweite Kleinbauern- und Landlosenbewegung La Via Campesina mitbegründet. Ihr gehören auch Landarbeitergewerkschaften, Landfrauenbewegungen und indigene Gemeinschaften, insgesamt 150 bäuerliche Organisationen aus 80 Ländern Asiens, Nord-, Mittel- und Südamerikas, Europas und Afrikas mit mehr als 200 Millionen Mitgliedern an. www.viacampesina.org

Allein werden Bauern und Bäuerinnen die Agrarpolitik nicht ändern. Deshalb arbeitet die CPE mit KonsumentInnen-, Umwelt- und Sozialbewegungen und mit anderen Organisationen der Zivilgesellschaft zusammen. Mit unserem Dachverband La Via Campesina bauen wir internationale Netze auf, um der neoliberalen Politik eine solidarische Alternative entgegenzustellen. In Seattle, Cancun und Porto Alegre waren wir bereits erfolgreich.

European Coordination Via Campesina

Rue de la Sablonniére 18, 1000 Brüssel, Belgien, www.eurovia.org

T: +32 2 217 31 12, F: +32 2 218 45 09, Email: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst

Die Mitglieder der ECVC

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 17. September 2010 )
 
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