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| MACHT ESSEN! |
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Internationales Frauenseminar zum Thema Ernährungssouveränität22.-24. Februar 2008, Salzburg, Österreich
DIE DOKUMENTATION ZUM SEMINAR IST FERTIG!Download hier: Doku_Macht_Essen_final
Presseinfo zu den Seminarergebnissen MACHT ESSEN! - Bäuerinnen brauchen Zugang zu Ressourcen
100 Frauen und Bäuerinnen aus aller Welt stellen Forderungen an Politik und Gesellschaft
Von 22. bis 24. Februar 2008 beteiligten sich über 100 Frauen aus 16 Ländern an der Debatte über Ernährungssouveränität und Bäuerinnenrechte, über den Zugang zu Ressourcen und die Verfügungsgewalt über Lebensmittel.
Beeindruckende Einblicke in die Realität von Bäuerinnen im Süden und Osten boten die Beiträge der Referentinnen aus Ghana, Burkina Faso, Nicaragua, Ecuador und Rumänien. Der Zugang zu Ressourcen wird den Bäuerinnen, die den Löwenanteil der Lebensmittel dieser Erde produzieren und verarbeiten, zunehmend erschwert. So dürfen Frauen in Burkina Faso die Hirsespeicher nach der Ernte nicht einmal mehr betreten, obwohl sie die Hauptlast der Arbeit im Hirseanbau tragen. Indigene Frauen in Ecuador beklagen den Verlust ihrer traditionellen Saatgutvielfalt - multinationale Chemie- und Saatgutkonzerne wie Monsanto und Syngenta melden Patente auf das traditionelle Andengetreide Quinoa an und überschwemmen den Markt mit Hybridsorten. Die Weltbank zwingt Nicaragua durch ihre Programme zum Anbau von Hybridmais, um die Produktivität zu erhöhen. Dies bedeutet die Verdrängung der traditionellen kreolischen Sorten durch gentechnisch manipulierten Mais aus Nordamerika. Ein besonders perfides Beispiel für die Marginalisierung der Kleinbäuerinnen liefert die rumänische Regierung: Rumänische Bäuerinnen dürfen seit 2007 weder Käse noch andere selbst produzierte Milchprodukte auf regionalen Märkten verkaufen, da dies angeblich gegen EU-Hygienerichtlinien verstoße. Zeitgleich mit einer raschen Expansion der Supermärkte läuft eine massive Kampagne gegen bäuerliche Produkte: sie seien unhygienisch, gesundheitsschädlich und nicht EU-konform. Aber auch in Österreich werden Kleinbäuerinnen zunehmend vom Zugang zu regionalen Märkten und Ressourcen ausgeschlossen. Hygieneauflagen, die für Großbetriebe konzipiert wurden, machen Direktvermarkterinnen das Leben schwer: Ein bäuerlicher Hof der 30 bis 40 Schlachtungen im Jahr durchführt, muss die gleichen Hygieneauflagen erfüllen wie ein Fleischereibetrieb mit 1.000 Schlachtungen im Jahr. Europäische Saatgutgesetze machen den Nachbau von nichtzertifiziertem Saatgut schier unmöglich, Sozialversicherungsabgaben belasten insbesondere die kleinbäuerlichen Betriebe. Die Bäuerinnen der ÖBV-Via Campesina Austria (Österreichische Bergbauern- und Bergbäuerinnenvereinigung) sind überzeugt, dass sich Bäuerinnen im Norden mit den Bäuerinnen im Süden und Osten solidarisieren müssen, wenn ein Überleben gesichert werden soll. Die Frauen des Symposiums entwickelten deshalb Strategien, um die Verfügungsgewalt über die Produktion und die Verteilung von Lebensmitteln wieder zurückzuerobern. Die Forderungen reichten von der Änderung des eigenen Einkaufsverhaltens bis zum Verankern des Rechts auf Ernährungssouveränität in der Verfassung, von fixen Frauenquoten in agrarpolitischen Institutionen bis zum internationalen Saatguttausch. „Gemeinsam können wir die Macht über unser Essen zurückzugewinnen", gaben sich die Teilnehmerinnen der dreitägigen Veranstaltung überzeugt.
Bäuerinnen produzieren und verarbeiten den allergrößten Teil der Lebensmittel dieser Erde. Sie sind seit Tausenden von Jahren für die Ernährung ihrer Familien und der Gesellschaft verantwortlich. In den vergangenen 100 Jahren jedoch wurde die Verfügungsgewalt über die Ernährung der Familien und der Gesellschaft den Frauen und Bäuerinnen in aller Welt aus den Händen genommen. Im Zuge der Industrialisierung der Landwirtschaft und der Ernährungswirtschaft wurden die Versorgungsarbeiten entfremdet. Der „Markt" bestimmt, wer was wann und wie produziert, verarbeitet und isst. Nicht eine gerechte Verteilung der Aufgaben in der Versorgung der Gesellschaft auf beide Geschlechter war das Ziel dieser Entfremdung, sondern ein Machtgewinn auf Seiten der Mächtigen. Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU als das äußere Zeichen dieser Abwertung und Entfremdung hat immense Auswirkungen auf Bäuerinnen im globalen Norden und Süden. Kleine, ökologisch und sozial nachhaltig wirtschaftende Bauernhöfe werden in der EU als Strukturproblem aufgefasst, das es zum Wohle des freien Warenverkehr zu beseitigen gilt. Bäuerinnen im Süden wird ebenfalls ihre Existenzberechtigung abgesprochen, da sie mit den Preisen einer subventionierten Überschussverwertung des Nordens nicht mithalten können. Wir sind jedoch der Meinung, dass es in Zukunft viele Bäuerinnen braucht, um die Bevölkerungen mit gesunden und ressourcenschonend produzierten Lebensmitteln zu versorgen. Wir wissen, dass wir Bäuerinnen im Norden uns mit den Bäuerinnen im Süden solidarisieren müssen, wenn wir unser gemeinsames Überleben sichern wollen. Wir unterstützen das Konzept der Ernährungssouveränität, das allen Völkern das Recht zugesteht, sich mit gesunden und kulturell angepassten Lebensmitteln zu versorgen und die dazu nötige Agrar- und Ernährungspolitik selbst zu bestimmen. Wir treffen uns im Februar 2008 in Salzburg, Österreich, um gemeinsam Umsetzungsmöglichkeiten für die Ernährungssouveränität zu entwickeln und diese auch von der Politik und von uns selbst einzufordern. Wir laden alle Bäuerinnen und am Thema Ernährung interessierten Frauen zu diesem Treffen ein! Der Frauenarbeitskreis der ÖBV-Via Campesina Austria Dieses Seminar wird unterstützt von:Österreichische Entwicklungszusammenarbeit Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur Land Salzburg Bundeskanzleramt Frauen Welthaus Österreich Dreikönigsaktion Katholische Frauenbewegung Gewerkschaft Metal Textil Nahrung Land Salzburg Frauen Südwind Entwicklungspolitik Salzburg FIAN Österreich Afro- Asiatisches Institut Salzburg Katholische Hochschulgemeinde Frauensolidarität Brot für Hungernde
SeminarprogrammDonnerstag, 21. Februar 2008: Anreise der Seminarteilnehmerinnen, Bezug der Zimmer, Registrierung Freitag, 22. Februar 2008: 9-12 Uhr: Exkursion zum Biohof von Johanna Gerhalter in Michaelbeuern, Führung durch die Bäuerin 12.30-14.30 Uhr: Mittagspause 14.30-15 Uhr: Begrüßung durch Landeshauptfrau Gabi Burgstaller Moderation: DI Andrea Heistinger 15-15.45 Uhr: Referat Prof. Martina Kaller-Dietrich, Universität Wien: „Subsistenzökonomie und Geldökonomie in der globalen Ernährungswirtschaft" 15.45-16 Uhr Fragen und Diskussion 16-16.15 Uhr: Pause 16.15-17.15 Uhr: Inputs zur Situation der Ernährungssouveränität:
17.15-18 Uhr: Fragen und Diskussion 18 Uhr: Abendessen 20.30 Uhr: Kabarett-Vorstellung der Mist-Stücke, ÖBV-Bäuerinnenkabarett im Lokal „Jazz it", Elisabethstraße11, 5020 Salzburg
Samstag, 23. Februar 2008 Moderation: DI Andrea Heistinger 9-9.45 Uhr: Inputs zur Situation der Ernährungssouveränität:
9.45-10.15 Uhr: Fragen und Diskussion 10.15-10.30 Uhr: Pause 10.30-12.30Uhr: Workshop 12.30-14.30 Uhr: Mittagspause 14.30-17.30 Uhr: Workshop 18 Uhr: Abendessen 20.30 Uhr: Eröffnung der Fotoausstellung „Im Auslauf? BäuerinnenWelten" im Saal der Katholischen Hochschulgemeinde, Wiener Philharmonikergasse 2, 5020 Salzburg
Sonntag, 24. Februar 2008 Moderation: DI Andrea Heistinger 9-10.30 Uhr: Präsentation der Workshop-Ergebnisse 10.30-11.30 Fragen und Diskussion 11.30-12 Uhr: Abschluss und Verabschiedung 12.30 Uhr: Mittagessen Abreise der Teilnehmerinnen Im Anschluss: Treffen der Via Campesina Europa-Frauensektion (Sonntag, 14.30-19 Uhr und Montag 9-16 Uhr) Sämtliche Inputs werden über eine simultane Dolmetschung in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch hörbar sein. Die Workshop-Gruppen werden nach Sprachen eingeteilt. Bitte bei der Anmeldung unbedingt die Sprachkompetenz angeben. Veranstaltungsort:Josef-Brunauer Zentrum 5020 Salzburg, Elisabethstraße 45a Tel: 0662-454265 E-mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst
Porgramm-pdf in verschiedenen Sprachen: Fotos: ÖBV, Eva Dürr, Christina Repolust |
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| Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 5. Mai 2010 ) |
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