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Zukunft säen - Vielfalt ernten! PDF Drucken E-Mail
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Tagung

Donnerstag, 25. März - Samstag, 27.März 2010

Volkshaus Graz, Lagergasse 98a, 8020 Graz

 

ÖBV - Via Campesina Austria, Arche Noah, Longo mai Österreich und der Kulturverein MaiMUN organisieren gemeinsam von 25. bis 27. März 2010 in Graz das 5. Treffen der europäischen Saatgutinitiativen 'Let's Liberate diversity'. Während der Tagung werden wir über die laufende Revision der EU-Saatgutgesetzgebung diskutieren. Wir beobachten eine weitere Einschränkung des bäuerlichen Rechts, Saatgut aus eigener Ernte zu verwenden, und eine Verschärfung geistiger Eigentumsrechte der Saatgutindustrie. Dagegen wollen wir in Graz den Widerstand europaweit organisieren.

Infos und Anmeldungen über: www.liberate-diversity-Graz2010.org

 


Programm:

 

Mittwoch, 24.3.2010: Anreise, Empfang und Abendessen im Volkshaus.

 

Donnerstag, 25.3.2010:

9:00     Empfang der TeilnehmerInnen.

10:00   Begrüßung durch die österreichische Vorbereitungsgruppe.

10:30   Beate Koller und Florian Walter stellen Arche Noah und die Themen der Konferenz vor.

11:00 - 13:00 : Weltcafé: Kennenlernen, Erwartungen, Visionen.

13:00   Mittagessen.

14:30 - 17:00  Arbeitsgruppen: (in Klammern die AG-LeiterInnen)

AG 1 Revision der EU-Saatgutgesetze: Erfahrungsaustausch zur Erhaltungssortenrichtlinie, Anbauverbote, gemeinsames Positionspapier. Wie werden wir aktiv gegenüber den nationalen und europäischen Instanzen, der FAO, dem internationalen Vertrag ITPGR-FA, ... (Guy Kastler, Réseau Semences Paysannes, F)

AG 2 Saatgut in Osteuropa: Länderberichte aus Slowenien, Ungarn, Rumänien, der Türkei ... Wodurch wird die noch vorhandene Kulturpflanzenvielfalt bedroht? Wo wird bäuerliches Saatgut verwendet und wer verteidigt es? (Csilla Kiss, Protect the Future, H)

AG 3 Viehzucht: Impfzwang, einseitige Zucht auf Produktivität, Einschränkung auf wenige Selektionskriterien und Rassen machen den Viehzüchtern zu schaffen. Wie wollen wir züchten? Wie können wir unseren Widerstand europaweit vernetzen? (Jean-Pierre Bolognini, Longo maï, F)

17:00   Pause

17:30 - 18:30 Rückmeldungen aus den Arbeitsgruppen ans Plenum.

19:00   Abendessen

 

Freitag, 26.3.2010:

9:00     Plenum: Praktische Informationen, Tagesordnung, Themen der AGs.

9:15 - 11:30 : Arbeitsgruppen:

AG 4 Welche Aktionen und Kampagnen zur Revision der europäischen Saatgutgesetze laufen in den einzelnen Ländern? Was machen wir gemeinsam? Die Kampagne 'Zukunft säen - Vielfalt ernten" stellt sich vor. (Jürgen Holzapfel, Europäisches BürgerInnenforum, D)

AG 5 Patentrecht und Alternativen: Patentierung von Saatgut und Sortenschutz engen die bäuerlichen Rechte und die züchterische Arbeit zunehmend ein. Wir wollen über aktuelle Patentsrechtsfälle informieren und Alternativen aufzeigen. (Eva Gelinsky, IG-Saatgut, Pro Specie Rara, CH; Gebhard Rossmanith, Bingenheimer Saatgut AG, D)

AG 6 SaatgutMigration: Vielfalt für alle? Oft waren es MigrantInnen und Flüchtlinge, die ihre Lieblingssorten in eine neue Welt retten konnten. Ohne sie wäre unser tägliches Essen fad. Komm und bring Erfahrungen, Beispiele und Ideen mit, wie wir gemeinsam Saatgut und Weltoffenheit vervielfältigen können. (Florian Walter, Kathrin Schickengruber, A)

AG 7 Landwirtschaft: Monokulturen, der hohe Einsatz von Chemie und die Spezialisierung auf wenige Industriesorten zerstören die natürliche und kultivierte Vielfalt. Welche landwirtschaftlichen Produktionsformen erhalten Biodiversität? (ÖBV - Via Campesina Austria)

11:30   Pause

12:00   Rückmeldungen aus den Arbeitsgruppen ans Plenum. Diskussion

13:00   Compagnie MaiMun: Straßentheater zum Thema Saatgut

13:30   Mittagessen.

Ab 10:00 Markt der Vielfalt und öffentliches Programm im Augarten: Saatgut- und Pflanzenmarkt, Ausstellungen, Workshops zum Thema Saatgut.

 

Samstag, 27.3.2010 :

9:00    Abschlussplenum: Wie geht's weiter? Struktur des europäischen Netzes, Ort des nächsten Treffens, Evaluierung.

13:00   Mittagessen

14:30   Exkursion zum Biohof Scharler, Saatgutproduzent, Arche Noah.

Anschließend gemütlicher Abend mit Abendessen im 'Haus am Bach'.

 

Teilnahmegebühr:

50 Euro (inkludiert Mittag- und Abendessen außer am Freitag)

30 Euro für Studierende und Menschen in ökonomisch prekären Situationen


Veranstaltet von ÖBV-Via Campesina Austria, Arche Noah, Longo maï Österreich, Kulturverein Mai-MUN

Hintergrund

Die EU-Kommission hat 2008 begonnen, das EU-Saatgutverkehrsrecht zu überarbeiten. Die Änderungen sollen Ende 2010 in Kraft treten. Unter der Bezeichnung „Better Regulation“ will sie beim Saatgutrecht Bürokratie abbauen und die Gesetze vereinheitlichen.

Das Saatgutverkehrsrecht hat Auswirkungen auf alle in Landwirtschaft und Gartenbau tätigen Menschen und, über die auf den Markt kommenden Produkte, auch auf die KonsumentInnen. Diese Auswirkungen betreffen weiters die biologische und kulturelle Diversität in der Landwirtschaft: welche Kulturpflanzen werden gezüchtet, angebaut und vermarktet? Wie ist der Umgang mit dem Saatgut?

 

Zivilgesellschaftliche Einrichtungen, wie NGOs oder bäuerliche Interessensvertretungen und KonsumentInnenorganisationen haben daher ein Interesse daran, ihre Positionen in die Neugestaltung des EU-Saatgutverkehrsrechts einzubringen. Im Vergleich zu anderen Akteuren am Saatgutmarkt wie z.B. großen Saatgutunternehmen ist es für diese Gruppe aber verhältnismäßig schwieriger, da entsprechende Lobbyingstrukturen fehlen.

 

Bis jetzt zeichnet sich ab, dass die international tätigen Saatgut- und Chemiefirmen ihre Interessen nach einer Kommerzialisierung und Kontrolle des Saatgutmarktes stark in die Neugestaltung der Gesetzgebung einbringen können. Wir befürchten, dass nur noch registrierte Sorten in Verkehr gebracht werden dürfen und die bäuerliche und gärtnerische Züchtung und Nutzung von Saatgut eingeschränkt wird. Ein Verlust von landwirtschaftlicher Biodiversität droht, insbesonders in Osteuropa, das sich seine Biodiversität bis jetzt gut erhalten konnte, von Saatgut-Firmen jedoch als großes Marktpotential gesehen wird.

 

Ein Schlüssel ist hier das öffentliche Bewusstsein über die Bedeutung des Saatgutverkehrsrechts für die europäische Landwirtschaft und in weitere Folge die Ernährung der gesamten Bevölkerung.

 

2010 ist das Internationale Jahr der Biodiversität. Innerhalb der EU, aber auch auf der globalen Ebene, werden wichtige Entscheidungen zum Thema Biodiversität fallen, die die Zivilgesellschaft gerne mitgestalten möchte.

Vor diesem Hintergrund soll die Tagung die zivilgesellschaftlichen Organisationen in Europa, die sich um die Erhaltung der landwirtschaftlichen Biodiversität bemühen, zu einem Austausch und Meinungsbildungsprozess zusammen bringen. Die Positionen der EU, der nationalen Regierungen und der Zivilgesellschaft sollen diskutiert, eigene Positionen definiert, eine Deklaration und Stellungnahmen ausgearbeitet und Lobbying-Strategien entwickelt werden. Die Öffentlichkeit soll durch Aktionen und Presseinformationen für das Thema sensibilisiert werden.

 

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 20. Januar 2010 )
 
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