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| Zukunft säen - Vielfalt ernten! |
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Film zur Tagung ab sofort erhätlich!"Zukunft säen - Vielfalt ernten! Saatgut bleibt Gemeingut Ein Film für die Erhaltung der Nutzpflanzenvielfaöt und für Ernährungssouveränität." 34Min, dt, tw UT, von Ella von der Haide Zu bestellen um 10 Euro (inkl. Versand) bei: Heike Schiebeck, Lobnik 16, 9135 Bad Eisenkappel; Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst
Weiter Dokumente, Fotos und Infos unter: www.liberate-diversity-Graz2010.org
TagungDonnerstag, 25. März - Samstag, 27.März 2010Volkshaus Graz, Lagergasse 98a, 8020 Graz
PA: Saatguttagung mit 160 TeilnehmerInnen aus 18 Ländern in Graz eröffnet Von Donnerstag bis Samstag trafen sich Bauern und Bäuerinnen, GärtnerInnen und ZüchterInnen aus ganz Europa (samt Gästen aus Afrika und Mittelamerika) im Volkshaus in Graz. Ihr gemeinsames Anliegen: das bäuerliche Recht, Saatgut aus eigener Ernte auszusäen, zu züchten und weiterzugeben. Die Grundlage der landwirtschaftlichen Vielfalt ist das Saatgut. Das Jahr 2010 – das internationale Jahr der Biodiversität - ist dabei in der Auseinandersetzung um geistige Eigentumsrechte auf Saatgut entscheidend. 2008 hat die EU-Kommission weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit damit begonnen, das EU-Saatgutverkehrsrecht zu überarbeiten. Die Änderungen sollen Ende 2011 in Kraft treten. Unter der Bezeichnung „Better Regulation“ soll Bürokratie abgebaut und die Gesetze vereinheitlicht werden. Das sind löbliche Vorsätze, doch alle Anzeichen deuten daraufhin, dass der nichtkommerzielle Zugang zu Saatgut weiter erschwert werden soll. In den letzten Jahren haben sich in vielen Ländern Europas Saatgutinitiativen zusammengeschlossen und unter dem Motto "Let's liberate diversity!" auch grenzüberschreitend organisiert. Denn: Immer mehr Bauern und Bäuerinnen und GärtnerInnen entdecken die Vorzüge von traditionellen, "samenfesten" Sorten, bauen diese an und vermehren sie selbst. Die europäischen Saatgutinitiativen haben Gegenvorschläge ausgearbeitet, wollen diese in Graz untereinander abstimmen und den Widerstand europaweit vernetzen. Die Saatguttagung wird von ÖBV - Via Campesina Österreich, Arche Noah, Longo maï und dem Kulturverein Mai Mun organisiert. Grazer Augarten: Markt der Vielfalt im Rahmen der Konferenz Freitag, 26. März, von 10-18 Uhr Mehr als 40 Gärtnereien, Bauern und Bäuerinnen und private GärtnerInnen werden die Vielfalt rund um alte und seltene Kulturpflanzen und Pflanzenraritäten präsentieren, verkosten und verkaufen. Die 10 Informationsstände bieten entsprechende Hintergrundinformationen über das Thema alte Kulturpflanzen, Saatgutpolitik, Biolandwirtschaft und Gentechnik. Dazu Saatgutworkshops, Kinderprogramm, Hütehundevorführung, Demonstration (12 Uhr) und Abschlusskundgebung (14 bis 17 Uhr) mit Redebeiträgen, Musik und Performanceaktionen.
GRAZER ERKLÄRUNG:
Vom 25. bis 27. März 2010 versammelten sich in Graz, Österreich, 160 VertreterInnen europäischer Saatgutnetzwerke, von Initiativen zur Erhaltung, Nutzung und Verbreitung der pflanzlichen Vielfalt, zivilgesellschaftlicher Organisationen, GärtnerInnen, ZüchterInnen, Bauern und Bäuerinnen aus mehr als 20 Ländern beim 5. Europäischen Saatguttreffen „Let´s liberate diversity!". Zum ersten Mal wurden im Rahmen dieses Treffens auch Diskussionen zur Erhaltung der Nutztiervielfalt geführt, da im Bereich der Tierzucht die Verarmung der genetischen Vielfalt ebenfalls weit fortgeschritten ist. Eine Erklärung zur Nutztiervielfalt hängt diesem Text an.
Grazer Erklärung: Freiheit für Vielfalt
Jeder Mensch hat das Recht, frei von Hunger zu sein und sich angemessen zu ernähren. Dieses Menschenrecht umfasst auch den Zugang zu produktiven Ressourcen, insbesondere Saatgut. Ernährungssouveränität ist langfristig nur zu erreichen durch einen kulturell reichen ökologischen Anbau von Nahrungsmitteln basierend auf lokal angepassten Sorten und der gemeinschaftlichen Pflege und Entwicklung dieser Vielfalt. Seit Jahrtausenden schaffen Menschen auf der ganzen Welt die Vielfalt der Kulturpflanzen und der Nutztiere. In wechselseitigen Prozessen zwischen Mensch und Natur, an vielen Orten, auf Wanderschaft und über lange Zeiten ist diese reiche bio-kulturelle Vielfalt auf unserem Planeten entstanden. Dass Menschen in aller Welt über sie verfügen können, ist grundlegend für unser tägliches Brot und die Ernährungssouveränität der Gemeinschaften. Diese Vielfalt ist ein elementarer Teil des Menschenrechts sich zu ernähren; sie muss Gemeingut sein und allen gehören. Wir treten für die bäuerlichen Rechte ein, Saatgut aus eigener Ernte zu gewinnen, zu züchten und weiterzugeben. Die bäuerlichen Rechte[1] sind verletzt und in akuter Gefahr, im Zuge der laufenden Revision der EU-Saatgutgesetzgebung weiter beschnitten zu werden. Zehn Konzerne kontrollieren bereits 67% des kommerziellen weltweiten Saatgutmarktes. Sie fordern eine Ausweitung ihrer geistigen Eigentumsrechte, um ihren Profit weiter zu vergrößern und ihre Industrie-Sorten der ganzen Welt aufzuzwingen. Nachbaufähige Sorten hingegen werden systematisch vom Markt verdrängt. Aber nicht die Konzerne mit ihren Industrie-Sorten werden die Weltbevölkerung in Zukunft ernähren, sondern es braucht vielfältige bäuerliche Strukturen mit ihren lokal angepassten Sorten[2]. Wir berufen uns darauf, dass noch drei Viertel der Bauern und Bäuerinnnen auf der Welt ihr selbsterzeugtes Saatgut tauschen und verkaufen. Durch die EU-Gesetzgebung werden alte und regionale Sorten jedoch in ein kontrolliertes Nischen-Dasein abgedrängt. Wir fordern, dass Patente auf Pflanzen und Tiere, deren Eigenschaften und Gene sowie Patente auf Züchtungsmethoden ausnahmslos verboten werden und die Kontrolle der Konzerne über die Biodiversität eingeschränkt wird. Eine weitere Plünderung der weltweiten Ernährungsgrundlagen muss verhindert werden. Eine wirkliche Veränderung wird es nur geben, wenn Europa eine grundlegende Wende in seinen Ernährungs-, Handels- und Agrarpolitiken vornimmt und eine wirkliche Umsetzung der bäuerlichen Rechte, wie sie im internationalen Saatgutvertrag festgehalten sind, stattfindet. Wir fordern:
Diese Forderungen richten sich an die Regierungen und an die Europäischen Institutionen Die TeilnehmerInnen des 5. Europäischen Saatguttreffens in Graz am 27. März 2010. [1]Wenn wir von "bäuerlichen" Rechten sprechen, schließt dies GärtnerInnen und alle, die Pflanzen kultivieren, mit ein. [2] Schlussfolgerung des IAASTD-(Weltagrarrat)-Berichts.
ÖBV - Via Campesina Austria, Arche Noah, Longo mai Österreich und der Kulturverein MaiMUN organisieren gemeinsam von 25. bis 27. März 2010 in Graz das 5. Treffen der europäischen Saatgutinitiativen 'Let's Liberate diversity'. Während der Tagung werden wir über die laufende Revision der EU-Saatgutgesetzgebung diskutieren. Wir beobachten eine weitere Einschränkung des bäuerlichen Rechts, Saatgut aus eigener Ernte zu verwenden, und eine Verschärfung geistiger Eigentumsrechte der Saatgutindustrie. Dagegen wollen wir in Graz den Widerstand europaweit organisieren.
Programm:
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| Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 1. September 2011 ) |
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