Home
Aktuelles
Über uns
Bildungsangebot
Agrarpolitik
Zeitung: Wege für eine BÄUERLICHE ZUKUNFT
Mitarbeit
Veranstaltungen
Empfohlene Literatur
Kontakt
Forschungsprojekte
Hofbörse

Latest News


Tirol
GAP’s uns ned …
Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU und die Auswirkungen auf die klein- und bergbäuerliche Landwirtschaft Podiumsdiskussio...

Oberösterreich
Wenn Weiberleut die Hosn anhabn!
Film, Buch und Gespräch über Frauen in Männerdomänen am Montag, 13. Februar 2012, 10:00 – 15:00 Uhr im Haus der...

Wien
BOKU-Bäuerinnentag 2012
7. März 2012 17 Uhr Festsaal der Universität für Bodenkultur Wien, Gregor-Mende- Straße 33, 1180 Wien Der Bä...

Wien
„Ich habe mir meine Erben selber ge...
Präsentation der Studie „Ich habe mir meine Erben selber gesucht“ zu Hofübergabe außerhalb der Familie durch die Ve...

Oberösterreich
Ethik in der Nutztierhaltung
14. März 2012 Pfarrheim Altenfelden Vortrag und Diskussion mit Univ. Prof. Dr. Michael Rosenberger, Moraltheologe Nähe...

Zukunft säen - Vielfalt ernten! PDF Drucken E-Mail
Image

 Film zur Tagung ab sofort erhätlich!

"Zukunft säen - Vielfalt ernten! Saatgut bleibt Gemeingut

Ein Film für die Erhaltung der Nutzpflanzenvielfaöt und für Ernährungssouveränität."

34Min, dt, tw UT,  von Ella von der Haide

Zu bestellen um 10 Euro (inkl. Versand) bei:

Heike Schiebeck, Lobnik 16, 9135 Bad Eisenkappel; Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst

 

Weiter Dokumente, Fotos und Infos unter: www.liberate-diversity-Graz2010.org

 

 

Tagung

Donnerstag, 25. März - Samstag, 27.März 2010

Volkshaus Graz, Lagergasse 98a, 8020 Graz

 

PA: Saatguttagung mit 160 TeilnehmerInnen aus 18 Ländern in Graz eröffnet 

Image

Von Donnerstag bis Samstag trafen sich Bauern und Bäuerinnen, GärtnerInnen und ZüchterInnen aus ganz Europa (samt Gästen aus Afrika und Mittelamerika) im Volkshaus in Graz. Ihr gemeinsames Anliegen: das bäuerliche Recht, Saatgut aus eigener Ernte auszusäen, zu züchten und weiterzugeben.

Image

Die Grundlage der landwirtschaftlichen Vielfalt ist das Saatgut. Das Jahr 2010 – das internationale Jahr der Biodiversität -  ist dabei in der Auseinandersetzung um geistige Eigentumsrechte auf Saatgut entscheidend. 2008 hat die EU-Kommission weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit damit begonnen, das EU-Saatgutverkehrsrecht zu überarbeiten. Die Änderungen sollen Ende 2011 in Kraft treten. Unter der Bezeichnung „Better Regulation“ soll Bürokratie abgebaut und die Gesetze vereinheitlicht werden. Das sind löbliche Vorsätze, doch alle Anzeichen deuten daraufhin, dass der nichtkommerzielle Zugang zu Saatgut weiter erschwert werden soll.

Image

In den letzten Jahren haben sich in vielen Ländern Europas Saatgutinitiativen zusammengeschlossen und unter dem Motto "Let's liberate diversity!" auch grenzüberschreitend organisiert. Denn: Immer mehr Bauern und Bäuerinnen und GärtnerInnen entdecken die Vorzüge von traditionellen, "samenfesten" Sorten, bauen diese an und vermehren sie selbst. Die europäischen Saatgutinitiativen haben Gegenvorschläge ausgearbeitet, wollen diese in Graz untereinander abstimmen und den Widerstand europaweit vernetzen. Die Saatguttagung wird von ÖBV - Via Campesina Österreich, Arche Noah, Longo maï und dem Kulturverein Mai Mun organisiert.

Grazer Augarten: Markt der Vielfalt im Rahmen der Konferenz

Image

Freitag, 26. März, von 10-18 Uhr

Mehr als 40 Gärtnereien, Bauern und Bäuerinnen und private GärtnerInnen werden die Vielfalt rund um alte und seltene Kulturpflanzen und Pflanzenraritäten präsentieren, verkosten und verkaufen. Die 10 Informationsstände bieten entsprechende Hintergrundinformationen über das Thema alte Kulturpflanzen, Saatgutpolitik, Biolandwirtschaft und Gentechnik. Dazu Saatgutworkshops, Kinderprogramm, Hütehundevorführung, Demonstration (12 Uhr) und Abschlusskundgebung (14 bis 17 Uhr) mit Redebeiträgen, Musik und Performanceaktionen.

 

GRAZER ERKLÄRUNG:

Vom 25. bis 27. März 2010 versammelten sich in Graz, Österreich, 160 VertreterInnen europäischer Saatgutnetzwerke, von Initiativen zur Erhaltung, Nutzung und Verbreitung der pflanzlichen Vielfalt, zivilgesellschaftlicher Organisationen, GärtnerInnen, ZüchterInnen, Bauern und Bäuerinnen aus mehr als 20 Ländern beim 5. Europäischen Saatguttreffen „Let´s liberate diversity!". Zum ersten Mal wurden im Rahmen dieses Treffens auch Diskussionen zur Erhaltung der Nutztiervielfalt geführt, da im Bereich der Tierzucht die Verarmung der genetischen Vielfalt ebenfalls weit fortgeschritten ist. Eine Erklärung zur Nutztiervielfalt hängt diesem Text an.

 

Grazer Erklärung: Freiheit für Vielfalt

Image

 

Jeder Mensch hat das Recht, frei von Hunger zu sein und sich angemessen zu ernähren. Dieses Menschenrecht umfasst auch den Zugang zu produktiven Ressourcen, insbesondere Saatgut.

Ernährungssouveränität ist langfristig nur zu erreichen durch einen kulturell reichen ökologischen Anbau von Nahrungsmitteln basierend auf lokal angepassten Sorten und der gemeinschaftlichen Pflege und Entwicklung dieser Vielfalt.

Seit Jahrtausenden schaffen Menschen auf der ganzen Welt die Vielfalt der Kulturpflanzen und der Nutztiere. In wechselseitigen Prozessen zwischen Mensch und Natur, an vielen Orten, auf Wanderschaft und über lange Zeiten ist diese reiche bio-kulturelle Vielfalt auf unserem Planeten entstanden. Dass Menschen in aller Welt über sie verfügen können, ist grundlegend für unser tägliches Brot und die Ernährungssouveränität der Gemeinschaften. Diese Vielfalt ist ein elementarer Teil des Menschenrechts sich zu ernähren; sie muss Gemeingut sein und allen gehören.

Wir treten für die bäuerlichen Rechte ein, Saatgut aus eigener Ernte zu gewinnen, zu züchten und weiterzugeben.

Die bäuerlichen Rechte[1] sind verletzt und in akuter Gefahr, im Zuge der laufenden Revision der EU-Saatgutgesetzgebung weiter beschnitten zu werden.

Zehn Konzerne kontrollieren bereits 67% des kommerziellen weltweiten Saatgutmarktes. Sie fordern eine Ausweitung ihrer geistigen Eigentumsrechte, um ihren Profit weiter zu vergrößern und ihre Industrie-Sorten der ganzen Welt aufzuzwingen. Nachbaufähige Sorten hingegen werden systematisch vom Markt verdrängt. Aber nicht die Konzerne mit ihren Industrie-Sorten werden die Weltbevölkerung in Zukunft ernähren, sondern es braucht vielfältige bäuerliche Strukturen mit ihren lokal angepassten Sorten[2].

Wir berufen uns darauf, dass noch drei Viertel der Bauern und Bäuerinnnen auf der Welt ihr selbsterzeugtes Saatgut tauschen und verkaufen.

Durch die EU-Gesetzgebung werden alte und regionale Sorten jedoch in ein kontrolliertes Nischen-Dasein abgedrängt.

Wir fordern, dass Patente auf Pflanzen und Tiere, deren Eigenschaften und Gene sowie Patente auf Züchtungsmethoden ausnahmslos verboten werden und die Kontrolle der Konzerne über die Biodiversität eingeschränkt wird. Eine weitere Plünderung der weltweiten Ernährungsgrundlagen muss verhindert werden. Eine wirkliche Veränderung wird es nur geben, wenn Europa eine grundlegende Wende in seinen Ernährungs-, Handels- und Agrarpolitiken vornimmt und eine wirkliche Umsetzung der bäuerlichen Rechte, wie sie im internationalen Saatgutvertrag festgehalten sind, stattfindet.

Wir fordern:

  • das Recht, Saatgut aus eigener Ernte zu gewinnen, nachzubauen, weiterzugeben und zu verkaufen;
  • die Förderung der Sortenvielfalt in allen Regionen durch Unterstützung der ErhalterInnen und ZüchterInnen biologischer und samenfester Sorten, die nachbaufähig sind;
  • das Verbot von Gentechnik in der Landwirtschaft;
  • das ausnahmslose Verbot von Patenten auf Pflanzen und Tiere, deren Eigenschaften und Gene sowie von Patenten auf Züchtungsmethoden;
  • eine neue Agrarpolitik, die statt einergieintensiver Großbetriebe und Monokulturen vielseitige ökologisch wirtschaftende Bauernhöfe fördert.

Diese Forderungen richten sich an die Regierungen und an die Europäischen Institutionen

Image

Die TeilnehmerInnen des 5. Europäischen Saatguttreffens in Graz am 27. März 2010.



[1]Wenn wir von "bäuerlichen" Rechten sprechen, schließt dies GärtnerInnen und alle, die Pflanzen kultivieren, mit ein.

[2] Schlussfolgerung des IAASTD-(Weltagrarrat)-Berichts.

 

 


ÖBV - Via Campesina Austria, Arche Noah, Longo mai Österreich und der Kulturverein MaiMUN organisieren gemeinsam von 25. bis 27. März 2010 in Graz das 5. Treffen der europäischen Saatgutinitiativen 'Let's Liberate diversity'. Während der Tagung werden wir über die laufende Revision der EU-Saatgutgesetzgebung diskutieren. Wir beobachten eine weitere Einschränkung des bäuerlichen Rechts, Saatgut aus eigener Ernte zu verwenden, und eine Verschärfung geistiger Eigentumsrechte der Saatgutindustrie. Dagegen wollen wir in Graz den Widerstand europaweit organisieren.


 

Programm: 
Image

 

Mittwoch, 24.3.2010: Anreise, Empfang und Abendessen im Volkshaus.

 

Donnerstag, 25.3.2010:

9:00     Empfang der TeilnehmerInnen.

10:00   Begrüßung durch die österreichische Vorbereitungsgruppe.

10:30   Beate Koller und Florian Walter stellen Arche Noah und die Themen der Konferenz vor.

11:00 - 13:00 : Weltcafé: Kennenlernen, Erwartungen, Visionen.

13:00   Mittagessen.

14:30 - 17:00  Arbeitsgruppen: (in Klammern die AG-LeiterInnen)

AG 1 Revision der EU-Saatgutgesetze: Erfahrungsaustausch zur Erhaltungssortenrichtlinie, Anbauverbote, gemeinsames Positionspapier. Wie werden wir aktiv gegenüber den nationalen und europäischen Instanzen, der FAO, dem internationalen Vertrag ITPGR-FA, ... (Guy Kastler, Réseau Semences Paysannes, F)

AG 2 Saatgut in Osteuropa: Länderberichte aus Slowenien, Ungarn, Rumänien, der Türkei ... Wodurch wird die noch vorhandene Kulturpflanzenvielfalt bedroht? Wo wird bäuerliches Saatgut verwendet und wer verteidigt es? (Csilla Kiss, Protect the Future, H)

AG 3 Viehzucht: Impfzwang, einseitige Zucht auf Produktivität, Einschränkung auf wenige Selektionskriterien und Rassen machen den Viehzüchtern zu schaffen. Wie wollen wir züchten? Wie können wir unseren Widerstand europaweit vernetzen? (Jean-Pierre Bolognini, Longo maï, F)

17:00   Pause

17:30 - 18:30 Rückmeldungen aus den Arbeitsgruppen ans Plenum.

19:00   Abendessen

 

Freitag, 26.3.2010:

9:00     Plenum: Praktische Informationen, Tagesordnung, Themen der AGs.

9:15 - 11:30 : Arbeitsgruppen:

AG 4 Welche Aktionen und Kampagnen zur Revision der europäischen Saatgutgesetze laufen in den einzelnen Ländern? Was machen wir gemeinsam? Die Kampagne 'Zukunft säen - Vielfalt ernten" stellt sich vor. (Jürgen Holzapfel, Europäisches BürgerInnenforum, D)

AG 5 Patentrecht und Alternativen: Patentierung von Saatgut und Sortenschutz engen die bäuerlichen Rechte und die züchterische Arbeit zunehmend ein. Wir wollen über aktuelle Patentsrechtsfälle informieren und Alternativen aufzeigen. (Eva Gelinsky, IG-Saatgut, Pro Specie Rara, CH; Gebhard Rossmanith, Bingenheimer Saatgut AG, D)

AG 6 SaatgutMigration: Vielfalt für alle? Oft waren es MigrantInnen und Flüchtlinge, die ihre Lieblingssorten in eine neue Welt retten konnten. Ohne sie wäre unser tägliches Essen fad. Komm und bring Erfahrungen, Beispiele und Ideen mit, wie wir gemeinsam Saatgut und Weltoffenheit vervielfältigen können. (Florian Walter, Kathrin Schickengruber, A)

AG 7 Landwirtschaft: Monokulturen, der hohe Einsatz von Chemie und die Spezialisierung auf wenige Industriesorten zerstören die natürliche und kultivierte Vielfalt. Welche landwirtschaftlichen Produktionsformen erhalten Biodiversität? (ÖBV - Via Campesina Austria)

11:30   Pause

12:00   Rückmeldungen aus den Arbeitsgruppen ans Plenum. Diskussion

13:00   Compagnie MaiMun: Straßentheater zum Thema Saatgut

13:30   Mittagessen.

Ab 10:00 Markt der Vielfalt und öffentliches Programm im Augarten: Saatgut- und Pflanzenmarkt, Ausstellungen, Workshops zum Thema Saatgut.

 

Samstag, 27.3.2010 :

9:00    Abschlussplenum: Wie geht's weiter? Struktur des europäischen Netzes, Ort des nächsten Treffens, Evaluierung.

13:00   Mittagessen

14:30   Exkursion zum Biohof Scharler, Saatgutproduzent, Arche Noah.

Anschließend gemütlicher Abend mit Abendessen im 'Haus am Bach'.

 

Teilnahmegebühr:

50 Euro (inkludiert Mittag- und Abendessen außer am Freitag)

30 Euro für Studierende und Menschen in ökonomisch prekären Situationen


Veranstaltet von ÖBV-Via Campesina Austria, Arche Noah, Longo maï Österreich, Kulturverein Mai-MUN

 

 

Hintergrund

Die EU-Kommission hat 2008 begonnen, das EU-Saatgutverkehrsrecht zu überarbeiten. Die Änderungen sollen Ende 2010 in Kraft treten. Unter der Bezeichnung „Better Regulation“ will sie beim Saatgutrecht Bürokratie abbauen und die Gesetze vereinheitlichen.

Das Saatgutverkehrsrecht hat Auswirkungen auf alle in Landwirtschaft und Gartenbau tätigen Menschen und, über die auf den Markt kommenden Produkte, auch auf die KonsumentInnen. Diese Auswirkungen betreffen weiters die biologische und kulturelle Diversität in der Landwirtschaft: welche Kulturpflanzen werden gezüchtet, angebaut und vermarktet? Wie ist der Umgang mit dem Saatgut?

 

Zivilgesellschaftliche Einrichtungen, wie NGOs oder bäuerliche Interessensvertretungen und KonsumentInnenorganisationen haben daher ein Interesse daran, ihre Positionen in die Neugestaltung des EU-Saatgutverkehrsrechts einzubringen. Im Vergleich zu anderen Akteuren am Saatgutmarkt wie z.B. großen Saatgutunternehmen ist es für diese Gruppe aber verhältnismäßig schwieriger, da entsprechende Lobbyingstrukturen fehlen.

 

Bis jetzt zeichnet sich ab, dass die international tätigen Saatgut- und Chemiefirmen ihre Interessen nach einer Kommerzialisierung und Kontrolle des Saatgutmarktes stark in die Neugestaltung der Gesetzgebung einbringen können. Wir befürchten, dass nur noch registrierte Sorten in Verkehr gebracht werden dürfen und die bäuerliche und gärtnerische Züchtung und Nutzung von Saatgut eingeschränkt wird. Ein Verlust von landwirtschaftlicher Biodiversität droht, insbesonders in Osteuropa, das sich seine Biodiversität bis jetzt gut erhalten konnte, von Saatgut-Firmen jedoch als großes Marktpotential gesehen wird.

 

Ein Schlüssel ist hier das öffentliche Bewusstsein über die Bedeutung des Saatgutverkehrsrechts für die europäische Landwirtschaft und in weitere Folge die Ernährung der gesamten Bevölkerung.

 

2010 ist das Internationale Jahr der Biodiversität. Innerhalb der EU, aber auch auf der globalen Ebene, werden wichtige Entscheidungen zum Thema Biodiversität fallen, die die Zivilgesellschaft gerne mitgestalten möchte.

Vor diesem Hintergrund soll die Tagung die zivilgesellschaftlichen Organisationen in Europa, die sich um die Erhaltung der landwirtschaftlichen Biodiversität bemühen, zu einem Austausch und Meinungsbildungsprozess zusammen bringen. Die Positionen der EU, der nationalen Regierungen und der Zivilgesellschaft sollen diskutiert, eigene Positionen definiert, eine Deklaration und Stellungnahmen ausgearbeitet und Lobbying-Strategien entwickelt werden. Die Öffentlichkeit soll durch Aktionen und Presseinformationen für das Thema sensibilisiert werden.

 

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 1. September 2011 )
 
< zurück